Der Schlaf von Hund und Katze

Das Sprichwort "hundemüde" zu sein kommt nicht von ungefähr: Erwachsene Hunde schlafen bis zu 14 Stunden am Tag - dafür aber selten sehr tief. Dabei fallen sie immer wieder einmal auch in Traumphasen. Diese sind wichtig für unsere Hunde und auch Katzen, um Energie zu tanken und die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Ein optimaler Schlafplatz und geregelte Tagesstrukturen unterstützen beim Entspannen und fördern einen gesunden Schlaf.


So schlafen Hunde

Hunde haben ein deutlich höheres Schlafbedürfnis als der Mensch: Bis zu 14 Stunden am Tag schlafen unsere Lieblinge! Einen Großteil dieser Zeit verbringen sie jedoch in einer Art Halbschlaf und dösen nur so vor sich hin. Trotz geschlossener Augen sind sie dabei mit allen Sinnen voll da. Klingt es etwa an der Türe, ein anderer Hund bellt oder die Leckerchen-Dose raschelt, steht der Hund sofort auf der Matte. Dabei passen Hunde ihren Schlafrhythmus oft dem Tagesablauf des Menschen an und legen zwischen den täglichen "Ereignissen", wie den Spaziergängen, Spiel- oder Fresszeiten gerne solche Ruhepausen ein. Wie auch bei uns Menschen sollen aber insbesondere die REM-Schlafphasen bedeutend für eine ausgiebige Erholung sein. Diese träumerischen Schlafphasen nehmen beim Hund etwa zwanzig Prozent seiner täglichen Schlafzeit ein.
Zum Vergleich: Wir Menschen benötigen als Erwachsene in der Regel etwa 8 Stunden Schlaf täglich. Damit verbringen wir hochgerechnet etwa ein Drittel unseres Lebens mit Schlafen.

Wovon träumen Hunde?

Träumt der Hund, können wir das meist auch beobachten: Bellen, Winseln oder Zucken während des Schlafes sind typische Zeichen, dass der Hund gerade träumt. Oft können wir sehen, wie sich die Augen unter den Lidern schnell bewegen oder sogar Laufbewegungen während des Schlafes beobachten. Ganz so, als würde der Hund gerade über eine grüne Wiese laufen oder aufgeregt einem Kaninchen hinterherjagen. Diese Vorstellung ist gar nicht mal so falsch: Forschungen zum Schlafverhalten von Hunden wie auch Menschen sind noch lange nicht abgeschlossen, Studien, die sich mit Träumen von Hunden beschäftigt haben, lassen aber vermuten, dass Hunde in ihren Träumen tatsächlich Erlebnisse verarbeiten und beispielsweise Wild jagen, Vorstehen, Spielen oder Eindringlinge vertreiben.
Übrigens: "Schlafende Hunde soll man nicht wecken", da sich diese stark erschrecken und unerwartet reagieren könnten - auch in diesem Sprichwort steckt also Wahrheit.

Schlaf erfüllt wichtige Funktionen im Hinblick auf unsere körperliche und vor allem geistige Erholung. Während wir schlafen werden die im Laufe des Tages gesammelten Eindrücke und Informationen vom Gehirn erst richtig verarbeitet: Es wird vermutet, dass diese erst während des Tiefschlafs in das Langzeitgedächtnis übergehen. Alte und nicht benötigte Erfahrungen hingegen werden eliminiert. Aber auch die sogenannten REM-Phasen, in denen wir intensiv Träumen, sollen Einfluss auf unser Lernverhalten und Gedächtnis haben. Schlaf ist also für unser Gedächtnis von Bedeutung und hilft uns, uns zu "sortieren". So verwundert es nicht, dass ein Mangel an Schlaf hingegen die Leistungsfähigkeit des Gehirns senken und zahlreiche negative Auswirkungen auf unsere körperliche und geistige Verfassung haben kann.


Schlaf und Träume von Katzen

Und unsere Samtpfoten? Auch Katzen haben ein höheres Schlafbedürfnis als wir Menschen: Mehr als die Hälfte des Tages verschlafen unsere Stubentiger. Zwischen dem eigentlichen Schlaf dösen auch sie gerne zwischen fünf und dreißig Minuten entspannt vor sich hin. Katzen wechseln im Schlaf auch zwischen längeren Tiefschlafphasen und kürzeren REM-Schlafphasen. Wovon unsere Samtpfoten in diesen träumen, kann nur vermutet werden: Vielleicht sind sie auf Mäusejagd, schubsen gerade störende Gegenstände vom Tisch herunter oder liegen in der Sonne und werden dabei genüsslich am Kopf gekrault? Wir werden es wohl nie genau erfahren... Es wird jedoch auch im Fall der Katze vermutet, dass Erlebnisse, Empfindungen und Unterbewusstes in Träumen verarbeitet werden. Der Schlaf der Katze dient dazu, neue Energie zu tanken. Pause vom Schlafen machen Katzen in erster Linie zu Dämmerungszeiten des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs. Dann geht es nämlich voll frischgetankter Energie auf die Jagd!

Im Zuge der Tiefschlafphasen kommt es auch bei unseren Hunden und Katzen zu manchmal sichtlicht lebhaften Träumen: Dann können wir die Schwanzspitze zucken sehen, die Pfoten bewegen sich oder es sind auch Laute zu vernehmen. Diese Phase des Schlafes wird REM-Schlafphase genannt: REM steht dabei für "Rapid Eye Movement" (Engl.: "Schnelle Augenbewegungen") aufgrund der schnellen Bewegungen der Augäpfel, die unter den Lidern sogar sichtbar sind. Messungen zeigen, dass das Gehirn dabei sehr aktiv ist und Tageserlebnisse wohlmöglich besonders intensiv verarbeitet werden.

Welpenschlaf

Hunde & Katzen benötigen für ihre Gesundheit ausreichend Schlaf. Vor allem Welpen benötigen viel gesunden Welpenschlaf und ausreichend Ruhephasen, um die zahlreichen neuen Eindrücke zu verarbeiten und neue Energie für das Wachstum zu generieren - ein guter Moment, um auch selbst zur Ruhe zu kommen!



Gesunden Schlaf fördern im Alltag

Weil ausreichend Schlaf so wichtig für die Erholung und Gesundheit unserer Vierbeiner ist, sollten unsere Haustiere im Alltag stets die Möglichkeit zu ausreichend Ruhe erhalten. Geregelte Tagesstrukturen und ungestörte Ruheplätze helfen Hund und Katze dabei, die nötige Entspannung vom täglichen Trubel zu finden.

1. Private Ruheoasen schaffen

Die meisten Katzen liegen beispielsweise gerne erhöht, etwa auf einer Fensterbank, oberhalb eines Heizkörpers oder auf einem Kratzbaum. Diejenigen Orte, an denen es sich die Katze gemütlich macht, sind meist die richtige Wahl, um dort einen dauerhaften Schlafplatz einzurichten. Dabei sollten dem Tier gleich mehrere Ruheorte zur Verfügung stehen, denn im Laufe des Tages wandern sie gerne umher und wechseln den Schlafplatz. In kuscheligen, geschlossenen Höhlen fühlen sich viele Tiere sicher und geborgen. Auch Hunde freuen sich über gemütliche Schlafplätze, an die sie sich zurückziehen können. Achten Sie darauf, dass das Tier dort ungestört bleibt und auch Kinder den Schlaf des Vierbeiners nicht stören können.

2. Geregelte Tagesabläufe einhalten

Wichtig zu wissen ist, dass Hunde von Natur aus nicht immer auf ihr Erholungs- und Ruhebedürfnis bestehen. Setzen wir den Hund im Alltag ständiger Aufregung und starken Reizen aus, so laufen Hunde wortwörtlich "bis zum Umfallen". Daher ist ein geregelter Tagesablauf mit festen Ruhezeiten, in denen auch einmal gar nichts passiert, im Zusammenleben mit dem Hund wichtig, damit dieser auch ausreichend Zeit findet, sich zu erholen und zu entspannen. Diese regelmäßigen Ruhepausen sollten idealerweise schon im Welpenalter eingeführt werden. Beispielsweise nach einem aufregenden Spiel, damit der Hund wieder zur Ruhe kommt und den dabei produzierten Stress abbauen kann. Auch nach dem Fressen ist generell Ruhe angesagt: Mindestens eine Stunde lang sollte der Hund nach einer Mahlzeit ohnehin ruhen, um das Risiko einer gefährlichen Magendrehung zu verringern.

3. Ruhe aktiv einfordern

Einige Hunde haben sehr viel Energie und es fällt ihnen schwer, zur Ruhe zu kommen. Gerade für diese Kandidaten ist es jedoch wichtig Ruhephasen einzufordern. Spielaufforderungen oder andere Versuche Aufmerksamkeit zu erhalten, sollten während dieser Zeit strikt ignoriert werden, damit der Vierbeiner lernt, dass in dieser Zeit auch wirklich gar nichts Aufregendes passiert und er folglich auch nichts verpasst.

Katzen richten ihren Schlafrhythmus zwar auch an unserem Tagesablauf aus, gehen im Gegensatz zu den meisten Hunden aber auch einfach schlafen, wenn ihnen danach ist und fordern diese Ruhe dann unter Umständen auch mürrisch ein. In diesem Sinne: Schöne Träume!