Hund neben Futternapf

Futterumstellung beim Hund

So wechseln Sie richtig das Futter

Ab und zu ist es notwendig, den Hund auf ein neues Futter umzustellen. Zum Beispiel, wenn das bisherige Futter nicht mehr gut vertragen wird oder aufgrund einer Diät ein spezielles Futter benötigt wird. Auch bei Beginn einer neuer Lebensphase ist eine Futterumstellung nötig: Etwa wenn Sie Ihren Welpen auf ein Adultfutter umstellen oder der erwachsene Hunde mit zunehmendem Alter an ein Senior-Futter gewöhnt wird. Wichtig ist dabei immer die schrittweise Umstellung auf das neue Futter.




Futterumstellung Schritt für Schritt - So geht's!


Damit der Hund die Futterumstellung gut verträgt, sollte diese nicht abrupt sondern nach und nach erfolgen. So hat der Organismus Zeit, sich langsam auf die neue Futterzusammensetzung einzustellen. Dabei wird der Anteil des neuen Futters schrittweise über mindestens 7 Tage erhöht:


Futterumstellung Hund Tag 1 & 2Tag 1 & 2Ein Viertel des bisherigen Futters wird durch das neue Futter ersetzt
Futterumstellung Hund Tag 3 & 4Tag 3 & 4Die Hälfte des bisherigen Futters wird durch das neue Futter ersetzt
Futterumstellung Hund Tag 5 & 6Tag 5 & 6Dreiviertel des bisherigen Futters werden durch das neue Futter ersetzt
Futterumstellung Hund ab Tag 7ab Tag 7Die gesamte Portion wird nun durch das neue Futter ersetzt
Warum schrittweise das Futter umstellen?

Bestimmte Enzyme im Darmtrakt des Hundes sind dafür verantwortlich, dass Proteine, Fette und Kohlenhydrate aber auch andere Nährstoffe, die der Hund über die Nahrung zu sich nimmt, "verdaut" - das heißt gespalten und verstoffwechselt - werden können. Je nach Zusammensetzung und Verdaulichkeit der Nahrung, bildet der Körper des Hundes dafür eine bestimmte Zusammensetzung an Verdauungssäften aus Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Wird nun auf ein anderes Futter umgestellt, kann es sein, dass für die Verdauung des neuen Futters eine andere Zusammensetzung an Verdauungssäften nötig ist, beispielsweise weil dieses einen anderen Anteil an Kohlenhydraten enthält. Da die an der Verdauung beteiligten Organe sich erst auf die neue Zusammensetzung einstellen müssen, kann es im Zuge einer Futterumstellung zu vorübergehenden Verdauungsstörungen kommen.

Eine Futterumstellung sollte schrittweise über 7 Tage erfolgen. Sie können die Futterumstellung falls nötig noch langsamer durchführen. Das ist zum Beispiel anzuraten, wenn Ihr Hund grundsätzlich sensibel auf Futter reagiert.




Mengen für die Futterumstellung berechnen

Meist unterscheidet sich die empfohlene Tagesmenge des neuen Futters zu der des alten Futters: Hat der Hund bisher etwa 400 g am Tag erhalten, kann es sein, dass die empfohlene Tagesmenge des neuen Futters für den Hund bei nur noch 350 g am Tag liegt. Sie müssen die jeweiligen Futteranteile während der Futterumstellung deswegen nicht zwingend auf das Gramm genau abwiegen. Wichtig ist vor allem, dass der Hund nach der Futterumstellung dauerhaft die passende Futtermenge seines neuen Futters erhält (in diesem Beispiel 350 g). Wer es doch genau nehmen möchte, kann für jeden Schritt der Futterumstellung die Mengen für das alte und das neue Futter separat ausrechnen.

Rechenbeispiel:
Am oben genannten Beispiel würde der Hund an Tag 1 & 2 der Futterstellung also 75% des alten und 25% des neuen Futters pro Tag erhalten, das entspricht 300g des bisherigen Futters (0,75x400g) und 87,5g (0,25x350g) des neuen Futters. An Tag 3 & 4 je die Hälfte des alten und neuen Futters, also 200g und 175g. An Tag 5 & 6 noch 100g (0,25x400g) des alten Futters mit 262,5g (0,75x350g) des neuen Futters, bis ab Tag 7 schließlich komplett auf das neue Futter umgestellt wird (350g am Tag).

Auf diese Weise kann auch die Gesamtmenge an Futter berechnet werden, die für die Futterumstellung benötigt wird. So wissen Sie, welche Größe des Futtersacks beziehungsweise welche Anzahl an Nassfutter-Dosen Sie für die Umstellung benötigen werden. Gehen Sie von einer Umstellungsdauer von 7 Tagen aus und notieren sich zunächst die geplanten Portionsgrößen je Tag (siehe obenstehendes Rechenbeispiel). Addieren Sie diese dann einfach zur benötigten Gesamtmenge auf und rechnen noch ein kleines "Plus" als Puffer dazu – sowohl für das alte als auch das neue Futter.

Rechenbeispiel:
Um zum Beispiel die benötigte Menge des neuen Futters für die Umstellung zu ermitteln, addieren Sie einfach die einzelnen ermittelten Tagesmengen über die Dauer der Umstellung auf - am obigen Beispiel wäre dies: (2 x 87,5g = 175g) für Tag 1 & 2 + (2 x 175g = 350g) für Tag 3 & 4 + (2 x 262,5g = 525g) für Tag 5 & 6 => Endergebnis: 1.050 g bzw. knapp 1 kg Futter

Andersherum lässt sich so auch ausrechnen, wie viel vom bisherigen Futter Sie für die Futterumstellung noch benötigen. So kann Ihnen dieses nicht unerwartet ausgehen, bevor die Futterumstellung abgeschlossen ist und Sie müssen beispielsweise nicht wegen eines kleinen fehlenden Futterteiles nochmal einen ganzen Sack nachkaufen.




Häufige Fragen zur Futterumstellung beim Hund


Umstellung auf eine andere Futterart - Was ist zu beachten?

Umstellung auf eine andere Futterart - Was ist zu beachten?

Die Umstellung von einer Futterart auf eine andere erfolgt genauso wie die innerhalb einer Futterart. Wollen Sie beispielsweise von Nassfutter auf Trockenfutter umstellen oder andersherum, erhöhen Sie auch hier über 7 Tage anteilmäßig die Futtermenge des neuen Futters und berechnen dafür die jeweils benötigten Tages- bzw. Portionsmengen der beiden Futter. Bei Nass- und Trockenfutter sind die Unterschiede in der jeweils täglich benötigten Fütterungsmenge durch den großen Unterschied im Wasseranteilen der Futter besonders groß..

Sind Magen-Darm-Probleme nach einer Futterumstellung normal?

Sind Magen-Darm-Probleme nach einer Futterumstellung normal?

Manchmal zeigen Hunde im Zuge einer Futterumstellung Magen-Darm-Symptomatiken wie Durchfall, Blähungen oder einen unregelmäßigen Kotabsatz. Zweifeln Sie in diesem Fall nicht sofort an der Veträglichkeit und Qualität des neuen Hundefutters: Bei einem Wechsel ist das nicht ausgeschlossen, da sich die Verdauung des Hundes erst auf das neue Futter einstellen muss.

Wir empfehlen daher, zunächst etwas abzuwarten und im aktuellen Mischverhältnis mit der Umstellung fortzufahren oder sogar einen Schritt zurückzufahren und zunächst wieder mit einem höheren Anteil des alten Futters fortzufahren. Bessern sich die Symptome, können Sie wieder auf ein höheres Mischverhältnis aus neuem zu altem Futter steigern. Sollten sich die Symptome bei Ihrem Tier auch nach etwa zwei Wochen nicht bessern, Sie sich unsicher sein oder sich die Symptome sogar unerwartet stark verschlechtern, sprechen Sie mit einem Tierarzt. Es könnten gesundheitliche Ursachen dahinter stecken, die es auszuschließen gilt, oder aber das neue Futter wird einfach nicht gut vom Hund vertragen.

Was ist bei der Futterumstellung beim Welpen zu beachten?

Was ist bei der Futterumstellung beim Welpen zu beachten?

Eine Futterumstellung vom Welpen- auf ein Adultfutter erfolgt in der Regel genauso, wie die Futterumstellung bei einem erwachsenen Hund innerhalb eines 7 bis 10-tägigen Intervalls. Auch hier gilt: Nicht abrupt umstellen! Da Welpen ohnehin oft einen etwas empfindlicheren Magen haben, gehen Sie besonders behutsam vor und lassen sich mit der Futterumstellung je nach Bedarf Zeit. Zeigt Ihr Hund keine Probleme, erhöhen Sie die Futtermenge des neuen Futters wie oben beschrieben etwa jeden dritten Tag anteilmäßig etwas. Verträgt Ihr junger Hund die Umstellung noch nicht so gut, lassen Sie sich etwas mehr Zeit und erhöhen das Mischverhältnis erst weiter, wenn die Verdauung sich wieder normalisiert hat. Fragen Sie bei Unsicherheit, länger anhaltendem Durchfall oder anderen Symptomen immer zunächst Ihren Tierarzt.
Das gilt insbesondere, wenn Sie einen noch sehr jungen Welpen auf ein anderes Welpenfutter umstellen, beispielsweise weil Sie ein anderes Futter füttern möchten, als das, das Ihnen der Züchter mitgegeben hat. Ist der Welpe ganz frisch bei Ihnen eingezogen, warten Sie mit einer Futterumstellung erst mindestens drei Tage, damit dieser sich erst an das neue Umfeld gewöhnen kann, bevor er sich auch noch an ein neues Futter gewöhnt. Bei Welpen kann ein Wasserverlust durch Durchfall schnell kritisch werden - sollte dieser bei der Umstellung auftreten, konsultieren Sie frühzeitig einen Tierarzt, der Sie bei der Futterumstellung begleitet.

Wann Welpen auf Adult-Futter umstellen?

Je nach Größe des Hundes sollte dieser mit etwa einem Jahr auf ein Adultfutter umgestellt werden, da der Hund dann in der Regel ausgewachsen ist und somit auch ein anderes Nährstoffprofil benötigt, um gut versorgt zu sein. Während Welpen während der Zeit des Wachstums mehr Protein, Fett sowie Calcium benötigen und generell einen höhreren Kalorienbedarf aufweisen, würde eine solche Welpenfutter-Zusammensetzung bei ausgewachsenen Hunden schnell zu Übergewicht führen. Bei großen Rassen, wie beispielsweise dem Labrador Retriever, ist die Wachstumsphase länger, sodass eine Umstellung auf ein Adultfutter sicherheitshalber erst mit etwa 18 Monaten erfolgen sollte, bis die Gelenke gesund fertigentwickelt sind.

Was ist bei der Umstellung auf Senior-Futter zu beachten?

Was ist bei der Umstellung auf Senior-Futter zu beachten?

Die Futterumstellung beim Senioren sollte ebenfalls Schritt für Schritt erfolgen. Dehnen Sie die Dauer der Futterumstellung auf mindestens 10 Tage aus, da Stoffwechsel und Verdauung sich bei älteren Hunden etwas verlangsamen und so mehr Zeit benötigt wird, um sich auf die neue Futterzusammensetzung einzustellen. Planen Sie daher je mindestens einen zusätzlichen Tag für die einzelnen Phasen der Futterumstellung ein.

Wann auf Senior-Futter umstellen?

Ab einem gewissen Alter sollte der Hund auf ein spezielles Futter für Senioren umgestellt werden. Große Hunde gelten ab etwa 7 bis 8 Jahren als Senior, kleinere Hunde ab etwa 10 Jahren.

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