Nahrungsergänzungsmittel: Wann sie den Napf sinnvoll "vergolden"
Nicht immer ist eine Nahrungsergänzung bei Hund oder Katze sinnvoll. Ergänzungsfuttermittel können in bestimmten Situationen hilfreich oder sogar notwendig sein, um den Organismus mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Wenn das Tier beispielsweise gebarft wird, ist eine Ergänzung der Ration dringend notwendig. Aber Vorsicht: Falsch eingesetzt können Ergänzungsfuttermittel jedoch auch den Gegenteiligen Effekt erzielen und das Tier sogar ungewollt krank machen. Wir sehen uns an, wann Nahrungsergänzung für Hunde und Katzen zum Einsatz kommen sollte.
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Auch eine Art der Nahrungsergänzung: Hüttenkäse, Leberwurst & Co

Hundehalter ergänzen die Ration ihres Vierbeiners in der Regel aus zwei Gründen: Zum einen möchten sie ihrem Liebling Abwechslung im Napf bieten und die Alltagskost mit besonderen Leckerbissen wie hochwertigen Ölen, Leberwurst, Reinfleischdosen oder etwas Hüttenkäse verfeinern.
Wird ein Alleinfuttermittel gefüttert, ist diese Art der Futterergänzung aus ernährungsspezifischer Sicht unnötig, in der Regel aber wenn in Maßen praktiziert unproblematisch. Solche kleinen „Sahnehäubchen“ im Napf können beruhigt ab und an in kleinen Mengen ergänzt werden, sollten aber bei einem Alleinfuttermittel nicht mehr als etwa 5% der Ration ausmachen und auch nicht regelmäßig gegeben werden.
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Was ist ein Alleinfuttermittel?
Die meisten Trockenfutter, Halbfeucht- oder Nassfutter sind als Alleinfuttermittel ausgewiesen: Damit garantiert der Hersteller, dass ein Futter den Bedarf des Vierbeiners an essenziellen Nährstoffen bei bedarfsgerechter Fütterung komplett deckt. In diesem Fall sind daher auch keine zusätzlichen Ergänzungen nötig, im Gegenteil, diese könnten zu einer Überversorgung mit bestimmten Nährstoffen führen oder das Nährstoffverhältnis insgesamt ungünstig beeinflussen. Außerdem versorgen diese den Vierbeiner auch mit zusätzlichen Kalorien und können so zu Übergewicht führen, denken wir beispielsweise an die Zugabe von Ölen, die eine durchaus positive Ergänzung darstellen können, aber dabei auch äußerst viel Energie liefern.
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Wird der Vierbeiner allzu sehr verwöhnt, könnte aber auch aus erzieherischer Sicht ein ungewollter Nebeneffekt auftreten: Es kann passieren, dass Sie sich durch regelmäßige Beigaben mit der Zeit einen mäkeligen Esser heranziehen, der das Futter ohne besonderes Extra nicht mehr annehmen möchte – das kann die Fütterung zu einer echten Herausforderung machen!

Nahrungsergänzung in besonderen Ernährungssituationen

Schwieriger gestaltet sich die Ergänzung des Futters, wenn es darum geht, etwaige Vitamin- oder Mineralmängel zu vermeiden, beispielsweise wenn besondere Lebensumstände dies erforderlich machen. Ein ausreichendes Maß an Vitaminen und Mineralien ist nötig für ein gesundes Hundeleben.
Trächtige Hündinnen aber auch Senioren benötigen beispielsweise ein „Mehr“ an bestimmten Vitaminen und Mineralien, aber auch Tiere, die durch einen sehr aktiven Lebensstil besonderen körperlichen Leistungen ausgesetzt sind, beispielsweise jagdlich geführte Hunde aber auch andere Arbeitshunde, Schlittenhunde oder aktive Turnierhunde. Letztere benötigen beispielsweise nicht nur mehr Energie, sondern auch reichlich Vitamine und Mineralien, beispielsweise Vitamin C. Die verwendeten Mittel sollten in diesem Fall etwa den Stoffwechsel und die Muskeltätigkeit fördern, damit der Körper nach der sportlichen Aktivität optimal regenerieren kann. Daneben können auch durch Krankheiten besondere Anforderungen an die Futterzusammensetzung gegeben sein, sodass in diesem Fall eventuell bestimmte Nährstoffe supplementiert, hinzugefügt, werden müssen.
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Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel (Ergänzungsfutter) sind Futterzusätze, die ernährungsspezifisch oder physiologisch wirken. Die jeweils enthaltenen Vitamine, Mineralien oder anderen Bausteine sind darin in höherer Konzentration angereichert. Sie werden beispielsweise als Kapseln oder Tabletten angeboten, die am besten mit einem Happen Futter verfüttert werden, oder als Pulver, Flocken oder Tropfen, die mit der normalen Mahlzeit vermengt werden können.
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Die Zufütterung von Ergänzungsfuttermitteln sollte dabei immer nur bei einem drohenden Vitamin beziehungsweise Mineralstoffmangel erfolgen, denn ein Zuviel an bestimmten Vitaminen oder Mineralien kann – ebenso wie ein Mangel – schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.
Vorsicht ist unter anderem beim Einsatz fettlöslicher Vitamine (A,D,E,K), Calcium und Phosphor geboten, eine Fehldosierung kann unter anderem schwere Skelettschäden verursachen! Die Supplementierung von diesen und anderen Nährstoffen wird daher nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt empfohlen, der feststellen kann, ob ein bestimmter Mangel beim Tier vorliegt.
Auf Nummer sicher gehen? Viele Hersteller bieten auch Alleinfuttermittel in speziellen Rezepturen an, die für besondere Anforderungen bereits eine adäquate Nährstoffzusammensetzung liefern, etwa Sorten für aktive Hunde oder spezielle Senioren- bzw. Welpen-Rezepturen.
Beispiele für Alleinfutter für spezielle Ernährungssituationen


Ein Muss: Nahrungsergänzung bei BARF & Co.!

Bei selbstzusammengestellten Futterrationen ist eine Supplementierung mit Mineralien und Vitaminen immer unbedingt erforderlich, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Das gilt sowohl für selbstgekochte Rationen, beim BARF als auch für die Kombination verschiedener Zusatzfutter wie z.B. Reinfleischdosen. Eine reine Fleischfütterung stellt ohne entsprechende Extras keine artgerechte Fütterungsweise für Hunde dar. Konsequenterweise sollte das Fleisch adäquat mit Innereien, Knochen, Gemüse, Obst, Ölen, Vitaminen und Mineralstoffen zu einer nährstoffreichen, ausgewogenen Mahlzeit aufgewertet werden. Das gilt umgekehrt insbesondere auch für vegetarische oder vegane Rationen, die ebenfalls unbedingt ergänzt werden müssen. Entsprechend ist es für eine bedarfsgerechte Eigenrationierung oft ratsam bei Tierärzten, die sich auf die Tierernährung spezialisiert haben, individuelle Fütterungspläne für Ihren Vierbeiner erstellen zu lassen.
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Was ist mit Nahrungsergänzung für Katzen?

Katzen sind im Gegensatz zu Hunden reine Fleischfresser und benötigen neben Fleisch im Normalfall keine Extras im Futter, außer Taurin, dessen Aufnahme für Katzen lebensnotwendig ist – den meisten Futtermitteln ist dieses daher in ausreichender Menge zugesetzt. Im Zweifel kann und sollte dieses aber zusätzlich supplementiert werden, das gilt insbesondere, wenn Sie Futterrationen selbst zusammenstellen. Eine Überversorgung mit Taurin ist fast unmöglich (außer Sie ergänzen kiloweise Taurin am Tag). Aber auch andere Ergänzungsfuttermittel können sich in besonderen Fällen als hilfreich erweisen, beispielsweise mit zunehmendem Alter. Sprechen Sie in jedem Fall vorab mit Ihrem Tierarzt darüber, ob und wie Sie Ihre Katze mit Ergänzungsfutter unterstützen können.
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Achtung: Viele Mängel oder Überversorgungen von Nährstoffen in der Ration machen sich erst sehr langsam bemerkbar und bleiben oft lange unentdeckt.

Arten von Nahrungsergänzungsmitteln

Vorgefertigte Mineralmischungen, die zahlreiche Mineralien enthalten, können eine verhältnismäßig unkomplizierte Variante zur Futterergänzung bieten. Allerdings ist es bei diesen Pulvern oft schwierig, den adäquaten Bedarf zu füttern, da das Verhältnis der Mineralien zueinander durch die Mischung fest vorgegeben ist. Sicherer ist eine punktgenaue Ergänzung mit Präparaten, die nur ein bestimmtes beziehungsweise wenige Vitamine oder Mineralstoffe enthalten und eine individuell bedarfsgerechte Ergänzung der Futterration ermöglichen, falls diese selbst zusammengestellt wird. Oft kommen für eine Futterergänzung dabei auch Naturprodukte und natürliche Zusätze zum Einsatz, wie beispielsweise Knochenmehl, Algenkalk oder Eierschalenpulver (als Calciumlieferanten), Bierhefe (zur Vitamin-B-Ergänzung) oder Seealgenmehl (als natürliche Iod-Quelle).
Daneben gibt es auch einige Nahrungsergänzungsmittel,diebedenkenlos genutzt und - je nachdem - bei akutem Bedarf oder sogar präventiv eingesetzt werden können. Es gibt sogar eine große Auswahl an Nahrungsergänzungsprodukten für verschiedene Anwendungsbereiche, unter anderem Zusatzmischungen zur Unterstützung der Haut- und Fellgesundheit, der Gelenksfunktion oder als Wohltat für den Darm. Auch bei diesen Mitteln, sollte bei der Supplementierung immer auf die genaue, angegebene Dosierung geachtet werden – hier gilt der Grundsatz „viel hilft nicht viel“.

Nahrungsergänzung für Haut & Fell

Öle sind hervorragende Nahrungsergänzungsmittel, etwa zur Unterstützung der Haut- und Fellgesundheit während des Fellwechsels. Das „flüssige Gold“ macht das Futter nicht nur als Geschmacksträger attraktiv, sondern liefert dem Hund neben Vitamin E auch essentielle Fettsäuren. Diese werden für zahlreiche Vorgänge im Körper benötigt, unter anderem zur Herstellung wichtiger Botenstoffe, zur Entzündungsregulation und zum Aufbau von Zellmembranen (z.B. in der Haut). Oft zum Einsatz kommen hochwertige, kaltgepresste Fischöle wie Lachs- oder Dorschöl oder auch Pflanzenöle wie Lein-, Hanf- oder Rapsöl. Allerdings sollte bei einer Supplementierung der Energiebedarf des Hundes bedacht werden: Öl ist ein gewaltiger Energielieferant und ein „Zuviel“ kann Übergewicht zur Folge haben.  

Nahrungsergänzung für die Gelenke

Glycosamine und Chondroitin sind Inhaltsstoffe der Grünlippmuschel. Ihnen wird eine gelenksfördernde Komponente sowie Linderung bei arthrotischen Beschwerden nachgesagt.


Nahrungsergänzung für die Verdauung

„Gute“ Bakterienkulturen wie Enterococcus faecium sind Teil der natürlichen Darmflora des Hundes (dem Mikrobiom) und tragen zu einer reibungslosen Verdauung bei. Antibiotikagaben, Wurmkuren oder Darmbeeinträchtigungen wie Durchfall können die Darmflora nachhaltig schädigen. Ergänzungsfutter mit probiotischen Bakterienkulturen können dann dabei helfen, das gestörte Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen, die Darmschleimhaut zu unterstützen und das örtliche Immunsystem wieder zu stärken.


Nahrungsergänzung Sport, Vitalität & Immunsystem

Da der Hundekörper Vitamin C selbst herstellen kann, ist eine Nahrungsergänzung nicht nötig. Allerdings kann unter anderem bei hoher sportlicher Aktivität oder Immuninkompetenz der Vitamin-C-Bedarf des Vierbeiners erhöht sein und die eigene Produktion übersteigen. Dann ist eine Supplementierung mit Vitamin C nötig und sinnvoll. Beispielsweise über Hagebutten – die kleinen roten Beeren strotzen nur so vor Vitamin C.


Nahrungsergänzung mit Bachblüten

Auch Bachblüten kommen als Ergänzungsfutter bei Hunden zum Einsatz. Der Begriff „Bachblüten“ geht auf ihren Namensgeber Dr. Bach zurück, der die Wirkung spezieller Blütenmischungen auf das Wohlbefinden erforschte –Bachblütenmischungen werden in der Naturheilkunde seit Jahrtausenden zur Unterstützung bei diversen Beschwerden verabreicht. Bei Terra Canis beispielsweise in Kombination mit ausgewählten Heilkräutern als „Kräuterhelden“ Ergänzungsfutter zur Unterstützung diverser gesundheitlicher Bereiche, z.B. in der Mischung „Putzteufel“ für Nieren und Harnwege.

Nahrungsergänzung für Maul & Zähne

PRIMUM SilverDent ist eine hochwertige Produktlinie mit dem Wirkstoff MicroSilver BG™, der eine besondere antibakterielle Wirkung hat. Die natürlichen Zahnpflegeartikel bekämpfen damit unangenehmen Mundgeruch und können als Teil der Zahpflege-Routine helfen Zahnstein und Plaque zu reduzieren. Aber auch braune Seealgen sollen Studien zufolge bei der Reduktion von Zahnstein und Plaque helfen können.

Hinweis: Ziehen Sie vor der Anwendung einer Nahrungsergänzung immer zunächst einen, möglichst auf Ernährung spezialisierten, Tierarzt zu Rate, der Ihnen bei der Wahl eines geeigneten Ergänzungsfutters helfen wird.
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Darüberhinaus steht Ihnen natürlich auch unser pets Premium Experten Team für alle Fragen rund um die richtige Futterergänzung zur Verfügung. Vereinbaren Sie hierfür gerne einen Telefontermin für eine kostenlose und individuelle Futterberatung mit uns: Hier geht es zur Anmeldung
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