Wie viele Snacks sind gut für meinen Hund?

Wie wir Menschen können auch Hunde von Übergewicht betroffen sein. Häufig hat das damit zu tun, dass in zu großen Mengen gefüttert oder das falsche Futter verwendet wird. Gerade Snacks und andere Leckereien, die etwa beim Training oder als kleiner „Snack zwischendurch“ verwendet werden, können sich schnell aufsummieren und zu einem übergewichtigen Hund führen. Das heißt natürlich nicht, dass kleine Naschereien komplett verboten sind. Die Menge macht's – wie auch bei Süßigkeiten für uns Menschen.

So ermitteln Sie die richtige Menge an Snacks

Die ernüchternde Nachricht zuerst: Die richtige Menge an Snacks ist nicht pauschal zu bestimmen. Sie varriiert von Tier zu Tier, denn je nach Größe, Alter und Aktivität ändert sich auch der individuelle Energiebedarf des Körpers. Was für den einen absolut in Ordnung ist, kann beim anderen bereits bald zu sichtlicher Gewichtszunahme führen. Eine weit verbreitete Faustregel sagt, dass die Menge an pro Tag gefütterten Leckerlis einfach von der täglichen Futtermenge abgezogen werden soll. Diese Aussage ist aber sofort wieder in das Reich der Mythen zu verbannen! Da die kleinen Belohnungshappen meist einen enorm hohen Kalorien-Gehalt haben – viel höher als beispielsweise normales Trockenfutter – ist ein mengenmäßiges Aufwiegen in Futter nicht möglich.

Es müssen nicht immer Leckerlis sein: Erhält Ihr Vierbeiner Trockenfutter, können Sie ab und zu auch einfach eine Handvoll Trockenfutter zum Training mitnehmen. Diese kann im Gegensatz zu Snacks nämlich einfach mengenmäßig von der Tagesration abgezogen werden.

Um dennoch eine geeignete Menge an Leckerchen für Ihren Vierbeiner abschätzen zu können, hilft manchmal eine Betrachtung der Größenverhältnisse: Ein Schweineohr beispielsweise entspricht von der Größe her etwa dem ganzen „Gesicht“ des Hundes. Auf den Menschen übertragen entspräche das in etwa zwei Tafeln Schokolade für uns – und das eventuell jeden Tag! Dass da Übergewicht vorprogrammiert ist, ist klar. Hier gilt deshalb: Große Kauartikel, Snack-Stangen oder ähnliches müssen nicht automatisch im Ganzen gegeben werden. Zerteilen Sie Snacks auch einmal entsprechend der Größe Ihres Hundes und geben Sie sie auf mehrere Male. Ihr Hund freut sich ohnehin mehr, wenn er öfter Kleinigkeiten bekommt.

Ein weiterer Anhaltspunkt sind die Fütterungsempfehlungen auf der Verpackung des Snacks. Passen Sie die tägliche gefütterte Menge an Snacks gegebenenfalls an das Gewicht Ihres Tieres an.

Auch der Inhalt ist entscheidend

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist neben der Menge auch die Zusammensetzung der Snacks. Wie auch bei normalem Futter gibt es bei Trainingssnacks und Kauartikeln erhebliche Unterschiede in Qualität und Inhalt. Einige der handelsüblichen Leckerlis enthalten beispielsweise sehr viel Zucker und sind auf lange Sicht eher ungeeignet. Für das regelmäßige Training empfohlen sind vielmehr naturbelassene, zucker- und getreidefreie Snacks mit geringem Fettanteil, da sie sehr gut bekömmlich und leicht verdaulich sind. Als Trainingssnack eignen sich zudem vor allem kleinere Stücke, die der Hund nicht lange kauen muss. Ab und zu können Sie hier auch mit einem Stück Käse, Banane oder selbstgebackenen Hundekeksen für Abwechslung sorgen!

Produkt-Empfehlungen für Hundesnacks:

Was ist mit Kauartikeln?

Kauartikel wie Schweineohren, Ochsenziemer oder Kauknochen sind zwar teilweise sehr fetthaltig, helfen aber ab und an den Hund länger zu beschäftigen. Zum Beispiel dann, wenn der Hund einmal besonders brav sein und etwas länger beschäftigt sein soll. Gleichzeitig erfüllen zähe Snacks aber auch das natürliche Kaubedürfnis des Hundes und können durch das lange Kauen die Zahnpflege unterstützen und dem Hund beim Stressabbau dienen. Damit sind sie grundsätzlich ein guter Extrahappen zwischendurch. Achten Sie auch hier möglichst auf naturreine Kausnacks oder solche, mit einer naturnahen Zusammensetzung ohne unnötige Zusätze.

Produkt-Empfehlungen für natürliche Kausnacks

Richtiger Einsatz, doppelte Wirkung!

In jedem Fall sollten Leckerlis nur in Maßen und vor allem nicht "grundlos" gefüttert werden: Zum einen können zu viele Snacks am Tag zu Appetitlosigkeit des Tieres gegenüber seinem regulären Futter führen. Zum anderen lernt unser Vierbeiner durch grundlose Vergabe von Extrafutter schnell, uns nur Aufmerksamkeit zu schenken, wenn wir Futter in der Hand haben. Oder aber, Bello weiß bereits, dass er uns nur lange genug lieb anschauen oder vor der Snack-Dose warten muss, bis sein Mensch endlich kommt und ihm etwas gibt!

Besser ist daher: Leckerlis nur einsetzen, wenn unser Vierbeiner vorher etwas dafür tun musste, etwa nach einer kleinen Gehorsamsübung oder als Belohnung für braves „Bei-Fuß“-Laufen. Vor allem wenn Sie Futter für Ihr Tier überraschend einsetzen, kommt ein kleiner Belohnungshappen erst richtig zur Geltung – geben Sie zum Beispiel einmal nach zwei Übungen etwas, dann nach fünf und beim nächsten Mal gleich wieder darauf. Ihr Hund lernt dabei auch ohne ständige Futterbelohnung zu folgen und freut sich umso mehr, wenn er zwischendrin ein Stückchen getrocknete Hühnerbrust oder einen leckeren Hundekeks bekommt!