Rasseportrait: Kelpie – Energiebündel aus "Down Under"

In seiner Heimat Australien wird der Kelpie zum Hüten großer Schafherden eingesetzt. Voller Arbeitseifer springt dieser dabei oft sogar über die Rücken der Schafe bis ans andere Ende der Herde, um diese zusammenzuhalten. Als echter Workaholic eignet sich der Australian Kelpie nur bedingt als Familienhund. Wird sein starker Leistungsdrang nicht befriedigt, entwickelt das Temperamentbündel sonst schnell auch unbeliebte Verhaltensweisen – fast schon Neurosen – die auch echte Liebhaber an ihre Grenzen bringen können.
Hunderasse Australian Kelpie

Rasse-Steckbrief Kelpie

• Name: Australian Kelpie

• Ursprung: Australien

• Verwendung: Schäferhund

• Wesen: Folgsam, intelligent, aufmerksam, temperamentvoll, voller Eifer und von nahezu unerschöpflicher Energie, instinktive Hüte-Begabung

• Widerristhöhe: Rüden 43 cm, Hündinnen 40 cm

• Gewicht: 16 – 22 kg

FCI-Klassifikation

• Standardnummer 293

• Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)

• Sektion 1 Schäferhunde

Herkunft und Geschichte

Mit der Züchterfamilie Rutherford kamen im 19. Jahrhundert die ersten kurzhaarigen Collies nach Australien, wo diese durch Einzüchtung anderer, vornehmlich europäischer, Hütehunde auf das Ziel hin weitergezüchtet wurden, einen besonders eifrigen und leistungsstarken Hütehund zu schaffen. Verschiedene Schläge entstanden, darunter zum Beispiel die schwarzen „Barbs“ oder die rötlich-braunen „Red Clouds“. Inzwischen werden die meisten Schläge dieser Hunde offiziell als eine Rasse anerkannt. Ob neben verschiedenen Hütehunden auch Dingos in die Zucht des Kelpies mit eingeflossen sind, ist übrigens bis heute unklar. 

Australian Kelpie Hütehund

Wesen des Kelpie

Der Australian Kelpie ist ein äußerst temperamentvoller Hund mit einem eigenen Kopf. Gleichzeitig bindet er sich aber sehr eng an seinen Besitzer und zeigt sich diesem gegenüber sehr unterordnungsbereit. Auch möchte der Kelpie gerne bei allen Aktivitäten dabei sein, er arbeitet unheimlich gerne mit seinem Menschen. Nicht zuletzt sein Arbeitswille und seine körperliche „Unerschöpflichkeit“ zeugen von den Leistungen, für welche diese Hunde ursprünglich gezüchtet wurden – dieser Veranlagung sollte ein Halter dieser Hunde unbedingt nachkommen, damit der Kelpie nicht zum „Problemhund“ wird, der seine angestaute Energie in andere Verhalten umleitet und beispielsweise zum unerträglichen Kläffer wird oder neurotisch alles hütet, was ihm in den Weg kommt. Mit ausreichend körperlicher und geistiger Auslastung entwickelt er sich jedoch zum ruhigen Mitbewohner im Haus und ist dann durchaus auch als Familienhund geeignet.

Australian Kelpie beim Agility

Haltung und Erziehung des Kelpie

Neue Befehle und kleine Tricks lernt der intelligente und aufmerksame Kelpie im Handumdrehen. Sein Dickschädel ist dabei das Einzige, das auch einmal im Weg stehen kann. Wer ihn diesbezüglich gerne fordert und neues mit ihm ausprobiert, dem wird der Kelpie es mit unbändigem Arbeitseifer und einer ausgeprägten Bindung danken. Während der Arbeit konzentriert er sich voll und ganz auf seine Aufgabe und folgt aufmerksam den von ihm erwarteten Befehlen – auch im Hundesport schafft es der Kelpie nicht selten auf die Besten-Plätze. Als reiner Stadthund gehalten und alleine mit längeren Spaziergängen bedacht, wird er allerdings schnell destruktiv. Es sollte daher im Vorneherein gut überlegt werden, ob die Ansprüche des Hundes auch langfristig erfüllt werden können.  

Brauner Kelpie und schwarzer Kelpie

Wussten Sie schon?

Diese Rasse erhielt Ihre Bezeichnung von einer Collie-Hündin, die als Stamm-Mutter der Rasse gilt und auf den Namen „Kelpie“ hörte. Aus dem Gälischen übersetzt bedeutet das so viel wie „Wassergeist“ – ein Geist, der dem britischen und schottischen Volksglauben entsprungen ist. Der Sage nach verspricht der trügerische Wassergeist vorbeiziehenden Wanderern sie auf dem Rücken sicher über den Fluss oder das Gewässer zu tragen, um sie dann aber in die Tiefe zu ziehen und zu verschlingen! Schafft es wiederum jemand den Kelpie, der in Form eines Pferdes beschrieben wird, zu zähmen und aufzutrensen, so bleibt der Wassergeist dieser Person auf ewig treu und dienlich. 

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