Futter unter der Lupe (Teil 1): Die Standardanalyse – Was ist drin, im Futter?

Das Beste für Ihr Tier zu finden ist nicht immer ganz einfach. Es gibt eine Vielzahl an Futtermitteln mit teilweise großen Unterschieden in der Nährstoffzusammensetzung, dem Herstellungsverfahren oder der Qualität und Herkunft der Inhaltsstoffe. In unserer Strecke "Futter unter der Lupe" betrachten wir Inhalte und Zusammenhänge von Futtermitteln und erklären, was es damit auf sich hat. Dieses Mal: Die Standardanalyse.
Hundeftter unter der Lupe: Die Standardanalyse

Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche    Was hat es damit auf sich?

Jeder Futtermittelhersteller ist dazu verpflichtet bestimmte Angaben auf der Verpackung für den Verbraucher kenntlich zu machen. Neben dem empfohlenen Verwendungszweck (Handelt es sich um ein Alleinfuttermittel oder Einzel- bzw. Ergänzungsfuttermittel zur Ergänzung der Hauptmahlzeit?), gehört dazu unter anderem auch eine Standardanalyse des Futters, deren Werte auf dem Etikett unter dem Punkt "Analytische Bestandteile" deklariert werden.

Die Weender Futtermittelanalyse ist dabei der weltweit führende Standard für Futtermitteldeklarationen. Dabei werden die einzelnen Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel der Anteil an Kalzium, Eisen oder Vitamin B12, nicht einzeln aufgelistet, sondern in Nährstoffgruppen mit ähnlichen Eigenschaften zusammengefasst und in Prozent angegeben. Diese Gruppen werden als "Roh-Nährstoffe" bezeichnet. Ihre jeweiligen Gewichtsanteile in einem Futter werden in den einzelnen Positionen der Analyse wie folgt angegeben:

• Rohprotein (Rp)

Anteil chemischer Verbindungen, die Stickstoff enthalten. Das sind hauptsächlich Eiweiße (tierische oder pflanzliche), aber auch andere nicht-eiweißhaltige Substanzen wie freie Aminosäuren und Peptide. Diese Stoffgruppe dient dem Hund unter anderem als wesentlicher "Baustofflieferant" im Körper.

• Rohfett (Rfe)

Anteil chemischer Verbindungen, die sich mit fettlösenden Mitteln aus einem Futter herauslösen lassen, also beispielsweise Öle oder Fette. Neben der nötigen Aufnahme essentieller Fettsäuren wie Omega-3 und -6 über die Nahrung, werden Fette vom Hund unter anderem für die Verwertung fettlöslicher Vitamine benötigt.

• Rohfaser (Rfa)

Anteil chemischer Verbindungen, die sich durch Laugen oder Säuren nicht aufschließen, also verdauen, lassen. Größtenteils handelt es sich um langkettige Kohlenhydrate, hauptsächlich Zellulose. Rohfaser spielt eine wichtige Rolle im Verdauungstrakt des Hundes.

• Rohasche (Ra)

Anteil anorganischer Teile, die nach Verbrennen eines Futtermittels als Asche übrig bleiben. Das sind Mineralien (z.B. Kalzium), Spurenelemente (z.B. Eisen) und Silikate.

• Feuchte (Rohwasser)

Anteil an Wasser in einem Futtermittel. Ab 14% Feuchteanteil im Futter muss auch dieser Wert angegeben werden. Er liegt bei Feuchtnahrung bei etwa 75%, bei Trockenfutter ungefähr bei 10%. Halbfeuchte Futter haben einen etwas höheren Feuchteanteil als herkömmliche Trockenfutter, dieser liegt in der Regel bei 15- 20%.

• Stickstofffreie Extraktionsstoffe (NfE)

Sie enthalten leicht verdauliche Kohlenhydrate wie zum Beispiel Zucker oder Stärke. Die NfE werden meist nicht auf der Packung angegeben, können aber mathematisch errechnet werden. Sie liefern dem Hund leicht verfügbare Energie.

Kohlenhydrate im Hundefutter berechnen

Der aus der Humanmedizin vertraute Begriff "Kohlenhydrate" wird dabei häufig nicht verwendet, da neben den NfE auch Rohfasern chemisch gesehen Kohlenhydrate sind. 

Es gilt also: Kohlenhydrate = Rohfaser (nicht verdaulich) + NfE (verdaulich)

Daneben lässt sich anhand der Angaben der Standardanalyse durch bestimmte Formeln auch der Gesamtenergiewert eines Futters errechnen.

Grenzen der Standardanalyse

So wichtig die Standardanalyse eines Futters auch ist, sie sagt nichts über beispielsweise die Qualität der verwendeten Inhaltsstoffe aus. Zum Beispiel unterscheidet sie nicht zwischen tierischen und pflanzlichen Proteinen und lässt keine Rückschlüsse auf die Qualität der Eiweißquellen zu. Sie kann daher immer nur ein Baustein in der Gesamtbewertung eines Futters sein. Viel wichtiger ist es meistens, sich die Inhaltsstoffe im Detail anzusehen. Letztere müssen neben der Standardanalyse ebenfalls vom Hersteller angegeben werden.

Eine objektive Bewertung der Qualität eines Futters erfordert ein außerordentliches Fachwissen sowie zusätzliche Angaben des Herstellers, die oft gar nicht auf der Verpackung stehen. Die genaue Analyse der Qualität eines Futters erfordert daher immer eine Berechnung durch einen Fachmann.  

Unser pets Premium Service Team unterstützt Sie gerne mit einer kostenlosen Futterberatung bei der Wahl eines geeigneten Futters für Ihren Liebling.

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