Futter unter der Lupe (Teil 2): Zusammensetzung & Deklaration

In unserer Strecke „Futter unter der Lupe“ betrachten wir Inhalte, Herstellung und Zusammenhänge von Futtermitteln und erklären, was es damit auf sich hat. Dieses Mal: die Zusammensetzung von Futter und deren Deklaration. Denn die Zusammensetzung eines Futters kann (neben weiteren Faktoren) viel über die Qualität und Eignung eines Futters aussagen und ein wichtiges Entscheidungskriterium sein bei der Wahl eines passenden Futters .

Zusammensetzung: Was ist drin, in einem Futter?

Futtermittel unterscheiden sich zum Teil sehr stark in den verwendeten Rohstoffen; Zum Beispiel darin, welche Inhaltsstoffe die Hauptenergie des Futters liefern. So sind bestimmte Rohmaterialien im Einkauf günstiger als andere, zum Beispiel viele Getreidesorten. Hersteller, die einen großen Teil der Energie ihres Futters aus z.B. Weizen bereitstellen, können ihre Futter daher zum Teil günstiger anbieten als solche, die teures Muskelfleisch als Energiequelle nutzen. Es lohnt sich daher, die auf der jeweiligen Verpackung ausgewiesenen Inhaltsstoffe ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen. Das geht über die “Zusammensetzung”, die auf dem Etikett des Futtermittels deklariert ist.

Jeder Hersteller ist dazu verpflichtet, die einzelnen Bestandteile des Futters auf dem Etikett kenntlich zu machen. So kann der Verbraucher sich ein Bild von dessen Zusammensetzung machen und beispielsweise erkennen kann, ob der Proteinanteil des Futters hauptsächlich aus tierischen oder pflanzlichen Proteinquellen stammt. Laut Futtermittelgesetz müssen dabei alle in einem Futter enthaltenen Einzelbestandteile mindestens in absteigender Reihenfolge ihres Anteils angegeben werden. Ist also beispielsweise Getreide anteilmäßig am meisten im Futter enthalten, steht dieses an erster Stelle der Zusammensetzung, noch vor anderen Zutaten wie z.B. Fleisch, Obst oder Gemüse. Zusätzlich können (müssen aber nicht) die prozentualen Anteile der einzelnen Bestandteile ausgewiesen werden.

Im genannten Beispiel könnte dies etwa so aussehen: 

40% Getreide, 30% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, 12 % Pflanzliche Nebenerzeugnisse, ….

Offene vs. Geschlossene Deklaration

Die Deklaration der Inhaltstoffe kann dabei geschlossen oder offen vom Hersteller erfolgen. Bei obenstehendem Beispiel handelt es sich um eine geschlossene Deklaration: als Bestandteile des Futters werden hier Rohstoffgruppen wie „Getreide“ oder „Fleisch“ aufgeführt. Unklar ist, welche Art von Fleisch beziehungsweise Getreide enthalten ist. Ist die Beschreibung sehr ungenau, so lässt sich nur schwer die Qualität beurteilen und der Hersteller hat für die Inhaltsstoffe viel Spielraum. Dasselbe gilt für den Bearbeitungszustand der verwendeten Zutaten: wurden diese frisch verarbeitet oder getrocknet, als Mehle, ganze Körner oder Flocken?

Bei einer offenen Deklaration hingegen werden die einzelnen Zutaten genauer aufgeführt, zum Beispiel: 

30% Frisches Huhn (davon 50% Muskelfleisch, Herz, Leber, Mägen, Hälse), Kartoffeln 18%, 10% getrocknetes Huhn, 4% Äpfel, …

Hier lässt sich die Proteinquelle, Hühnerfleisch, oder auch Kartoffeln als Kohlenhydratquelle leicht identifizieren und geben Aufschluss darüber, welche Rohstoffe die Hauptenergie im Futter liefern.

Gut zu wissen: Besonders der Begriff „Fleisch“ kann Tierfutter-Käufer in die Irre führen. Dahinter verbergen sich nach Lebensmittelrecht nicht nur Steaks und Schnitzel, sondern auch viele andere Tierkörperteile (Es dürfen zum Beispiel auch Federn, Hufe oder andere Schlachtabfälle verwendet werden). Hersteller, die hochwertiges Material verwenden – oder solches, unter dem sich Verbraucher tatsächlich Fleisch vorstellen – werden daher meistens genau angeben, welche Art Fleisch in ihrem Futter verwendet wurde, zum Beispiel wenn viel (teures) Muskelfleisch und nährstoffreiche Innereien wie Herz, Leber oder Mägen verwendet werden.

Die Zusammensetzung gibt damit ein ersten Hinweis auf die Qualität der verwendeten Inhaltsstoffe und erlaubt einen tieferen Einblick dahingehend, aus welchen Rohstoffen das Tier die benötigten Nährstoffe im Futter bezieht. Daneben spielen jedoch zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle bei der Wahl eines geeigneten Futters. Die Zusammensetzung kann daher immer nur ein Baustein in der Gesamtbewertung eines Futters sein. Neben den Inhaltsstoffen sollten beispielsweise auch andere ernährungsphysiologische Bestandteile, zum Beispiel Zusatzstoffe wie Vitamine, im Detail betrachtet werden. Im nächsten Teil nehmen wir diese Zusatzstoffe genauer unter die Lupe.

Hinweis: Eine objektive Bewertung der Qualität eines Futters erfordert ein außerordentliches Wissensrepertoire sowie zusätzliche Angaben des Herstellers, die oft gar nicht auf der Verpackung stehen. Die genaue Analyse der Qualität eines Futters erfordert daher immer eine Berechnung durch einen Fachmann.

⇒ Fragen? Unser pets Premium Experten-Team steht Ihnen gerne auch für eine kostenlose und individuelle Futterberatung zur Verfügung. Hier geht's zur Anmeldung.

⇒ Weiterführender Lese-Tipp:

Futter unter der Lupe (Teil 1): Die Standardanalyse - Was ist drin, im Futter?

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