Futterumstellung beim Hund: So wechseln Sie richtig das Futter

Ab und zu ist es notwendig, dass der Hund auf ein neues Futter umgestellt wird, zum Beispiel, wenn dieser sein bisheriges Futter nicht mehr gut verträgt oder aufgrund von Übergewicht oder einer Erkrankung ein spezielles Futter benötigt. Oder aber die sich ändernde Lebensphase des Hundes erfordert eine Futterumstellung: Etwa wenn es Zeit wird, den Welpen auf ein Adultfutter umzustellen oder der Hund mit zunehmendem Alter auf ein passendes Futter für Senioren umgewöhnt werden soll.
Futterumstellung beim Hund

Futterumstellung "Schritt für Schritt"

Damit der Hund die Futterumstellung gut verträgt, sollte diese nicht abrupt sondern nach und nach erfolgen. So hat der Organismus Zeit, sich langsam auf die neue Futterzusammensetzung einzustellen.

Warum ist das so? Bestimmte Enzyme im Darmtrakt des Hundes sind dafür verantwortlich, dass Proteine, Fette und Kohlenhydrate aber auch andere Nährstoffe, die der Hund über die Nahrung zu sich nimmt, "verdaut" beziehungsweise gespalten und verstoffwechselt werden können. Je nach Zusammensetzung und Verdaulichkeit der regulären Nahrung, bildet der Körper des Hundes dafür eine bestimmte Zusammensetzung an Verdauungssäften aus Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Wird nun auf ein anderes Futter umgestellt, kann es sein, dass für die Verdauung des neuen Futters eine andere Zusammensetzung an Verdauungssäften nötig ist, beispielsweise weil dieses einen anderen Anteil an Kohlenhydraten enthält. Da die an der Verdauung beteiligten Organe sich erst auf die neue Zusammensetzung einstellen müssen, kann es im Zuge einer Futterumstellung zu vorübergehenden Verdauungsstörungen kommen.

So geht's: Damit der Liebling die Futterumstellung möglichst gut verträgt und um etwaige Verdauungsstörungen gering zu halten, sollte die Futterumstellung schrittweise über 7 Tage erfolgen, wobei die zwei Futtersorten gemischt und der Anteil des neuen Futters nach und nach erhöht werden:

• Tag 1 und 2: Ein Viertel des bisherigen Futters wird durch das neue Futter ersetzt

• Tag 3 und 4: Die Hälfte des bisherigen Futters wird durch das neue Futter ersetzt

• Tag 5 und 6: Dreiviertel des bisherigen Futters werden durch das neue Futter ersetzt

• ab Tag 7: Die gesamte Portion wird nun durch das neue Futter ersetzt

So kann sich die Verdauung des Hundes langsam an die neue Futterzusammensetzung anpassen, bis diese schließlich voll auf das neue Futter eingestellt ist.

Tipp: Sie können die Futterumstellung auch noch langsamer durchführen, das ist zum Beispiel anzuraten, wenn Ihr Hund grundsätzlich sensibel auf Futter reagiert.

So berechnen Sie die Futtermengen für die Umstellung

Meist unterscheidet sich die empfohlene Tagesmenge des neuen Futters zu der des alten Futters: Hat der Hund von seinem bisherigen Futter beispielsweise 400 g am Tag erhalten, kann es sein, dass die empfohlene Tagesmenge des neuen Futters für den Hund bei nur noch 350 g am Tag liegt. Sie müssen die jeweiligen Futteranteile während der Umstellung deswegen nicht unbedingt auf das Gramm genau abwiegen. Wichtig ist vor allem, dass der Hund am Ende mit seinem neuen Futter dauerhaft die passende   in diesem Beispiel geringere  Futtermenge erhält. Wer es während der Umstellung aber doch genau nehmen möchte, kann für jeden Schritt der Futterumstellung die jeweilige Menge des alten und des neuen Futters separat anhand der jeweiligen Fütterungsempfehlung ausrechnen.

Rechenbeispiel: Am oben genannten Beispiel würde der Hund an Tag 1 & 2 der Futterstellung also 300g des alten Futters (0,75x400g) und 87,5g (0,25x350g) des neuen Futters pro Tag erhalten, an Tag 3 & 4 je die Hälfte des alten und neuen Futters, also 200g und 175g und an Tag 5 & 6 noch 100g (0,25x400g) des alten Futters mit 262,5g (0,75x350g) des neuen Futters bis an Tag 7 schließlich komplett auf das neue Futter umgestellt wird (350g am Tag).

Auf diese Weise kann auch die Gesamtmenge an Futter berechnet werden, die für die Umstellung mindestens benötigt wird, um beispielsweise die Mindestgröße des Futtersacks beziehungsweise die Anzahl der benötigten Dosen Nassfutter herauszufinden. Gehen Sie beispielsweise von einer Umstellungsdauer von  7 Tagen aus und notieren sich zunächst die geplanten Portionsgrößen je Tag. Addieren Sie diese dann einfach zur benötigten Gesamtmenge auf und rechnen noch ein kleines "Plus" als Puffer darauf  sowohl für altes als auch neues Futter.

Rechenbeispiel: Um z.B. die benötigte Mindestmenge des neuen Futters für die Umstellung zu ermitteln, addieren Sie - am obigen Beispiel - die einzelnen ermittelten Tagesmengen über die Dauer der Umstellung auf: 2x87,5g (175) für Tag 1 & 2 + 2x175g (350)  an Tag 3 & 4 + 2x262,5g (525) an Tag 5 & 6 = 1.050 g bzw. knapp 1 kg

Andersherum lässt sich so auch ausrechnen, wie viel von Ihrem bisherigen Futter Sie noch mindestens benötigen, bis Sie dieses komplett auf das neue Futter umgestellt haben. So kann Ihnen dieses nicht unerwartet ausgehen, bevor Sie mit der Futterumstellung durch sind und Sie müssen beispielsweise nicht wegen eines kleinen fehlenden Futterteiles nochmal einen ganzen Sack nachkaufen.

Häufige Fragen zur Futterumstellung

Immer wieder erreichen unser pets Premium Experten Team auch Kundenanfragen zur Futterumstellung beim Hund. Hier finden Sie einige der häufigen Fragen zu diesem Thema:

• Was ist bei der Umstellung auf eine andere Futterart zu beachten?

Die Umstellung von einer Futterart auf eine andere kann genauso erfolgen, wie die innerhalb einer Futterart. Wollen Sie beispielsweise von Nassfutter auf Trockenfutter umstellen oder andersherum, erhöhen Sie auch hier über 7 Tage anteilmäßig die Futtermenge des neuen Futters und berechnen dafür die jeweils benötigten Tages- bzw. Portionsmengen der beiden Futter. Bei Nass- und Trockenfutter sind die Unterschiede in der jeweils täglich benötigten Fütterungsmenge durch den großen Unterschied im Wasseranteilen der Futter besonders groß.

Mischen ist erlaubt: Die Behauptung, dass verschiedene Futterarten wie Nass- und Trockenfutter nicht in einer Mahlzeit vermischt werden sollten, ist wissenschaftlich unbegründet und damit als "Mythos" zu betrachten. Eine Mischfütterung wird von vielen Hunden sehr gut vertragen und kann in bestimmten Situationen auch vorteilhaft sein. Voraussetzung: Der Hund sollte die beiden Futter dabei gewohnt sein und gut vertragen. "Ständiges Wechseln" der Futtersorten und -arten hingegen, ohne der Verdauung ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben, ist eher nicht empfehlenswert, der Hund könnte darauf mit Verdauungsbeschwerden reagieren. Während einer Futterumstellung können Nass- und Trockenfutter oder andere Futterarten aber in der Regel problemlos im Napf zusammengemischt gefüttert werden.

Tipp: Wird von einem Nassfutter auf ein Trockenfutter umgestellt, stellen Sie Ihrem Vierbeiner mehr Wasser zur Verfügung. Hunde trinken üblicherweise mehr, wenn Sie Trockenfutter erhalten. Das ist normal, da mit dem Trockenfutter weniger Feuchtigkeit über die Nahrung aufgenommen wird und der Körper so mehr Flüssigkeit durch aktive Aufnahme beziehen muss. 

• Sind Magen-Darm-Probleme nach einer Futterumstellung normal?

Manchmal zeigen Hunde im Zuge einer Futterumstellung Magen-Darm-Symptomatiken wie Durchfall, Blähungen oder einen unregelmäßigen Kotabsatz. Zweifeln Sie in diesem Fall nicht sofort an der Veträglichkeit und Qualität des neuen Hundefutters: Bei einem Wechsel ist das nicht ausgeschlossen, da sich die Verdauung des Hundes erst auf das neue Futter einstellen muss.

Wir empfehlen daher, zunächst etwas abzuwarten und im aktuellen Mischverhältnis mit der Umstellung fortzufahren oder sogar einen Schritt zurückzufahren und zunächst wieder mit einem höheren Anteil des alten Futters fortzufahren. Bessern sich die Symptome, können Sie wieder auf ein höheres Mischverhältnis aus neuem zu altem Futter steigern. Sollten sich die Symptome bei Ihrem Tier auch nach etwa zwei bis drei Wochen nicht bessern, Sie sich unsicher sein oder sich die Symptome sogar unerwartet stark verschlechtern, sprechen Sie zunächst mit einem Tierarzt. Es könnten gesundheitliche Ursachen dahinter stecken, die es auszuschließen gilt, oder aber das neue Futter wird einfach nicht gut vom Hund vertragen. 

• Was ist bei der Futterumstellung beim Welpen zu beachten?

Je nach Größe des Hundes sollte dieser mit etwa einem Jahr auf ein Adultfutter umgestellt werden, da der Hund dann in der Regel ausgewachsen ist und somit auch ein anderes Nährstoffprofil benötigt, um gut versorgt zu sein. Bei großen Rassen, wie beispielsweise dem Labrador Retriever, ist die Wachstumsphase länger, sodass eine Umstellung auf ein Adultfutter sicherheitshalber erst mit etwa 18 Monaten erfolgen sollte, bis die Gelenke gesund fertigentwickelt sind.

Eine Futterumstellung vom Welpen- auf ein Adultfutter erfolgt dabei in der Regel genauso, wie die Futterumstellung bei einem erwachsenen Hund. Auch hier gilt: Nicht abrupt umstellen! Da Welpen ohnehin oft einen empfindlichen Magen haben, gehen Sie besonders behutsam vor und lassen sich mit der Futterumstellung Zeit. Zeigt Ihr Hund keine Probleme, erhöhen Sie die Futtermenge des neuen Futters wie oben beschrieben etwa jeden dritten Tag anteilmäßig etwas. Verträgt Ihr junger Hund die Umstellung noch nicht so gut,  lassen Sie sich etwas mehr Zeit und erhöhen das Mischverhältnis erst weiter, wenn die Verdauung sich wieder normalisiert hat. Fragen Sie bei Unsicherheit, länger anhaltendem Durchfall oder anderen Symptomen immer zunächst Ihren Tierarzt.

Das gilt insbesondere, wenn Sie einen noch sehr jungen Welpen auf ein anderes Welpenfutter umstellen, beispielsweise weil Sie ein anderes Futter füttern möchten, als das, das Ihnen der Züchter mitgegeben hat. Ist der Welpe ganz frisch bei Ihnen eingezogen, warten Sie mit einer Futterumstellung erst mindestens drei Tage, damit dieser sich erst an das neue Umfeld gewöhnen kann, bevor er sich auch noch an ein neues Futter gewöhnt. Bei Welpen kann ein Wasserverlust durch Durchfall schnell kritisch werden - sollte dieser bei der Umstellung auftreten, konsultieren Sie frühzeitig einen Tierarzt, der Sie bei der Futterumstellung begleitet.

• Was ist bei der Umstellung auf Seniorfutter zu beachten?

Ab einem gewissen Alter sollte der Hund auf ein spezielles Futter für Senioren umgestellt werden. Große Hunde gelten ab etwa 7 bis 8 Jahren als Senior, kleinere Hunde ab etwa 10 Jahren. Die Futterumstellung beim Senioren sollte ebenfalls "Stück für Stück" erfolgen. Gehen Sie dafür ganz normal vor, aber dehnen Sie die Dauer der Futterumstellung auf mindestens 10 Tage, dStoffwechsel und Verdauung sich bei älteren Hunden etwas verlangsamen und so mehr Zeit benötigen können, um sich an die neue Futterzusammensetzung anzupassen. Planen Sie daher je mindestens einen zusätzlichen Tag für die einzelnen Phasen der Futterumstellung ein.

Unsicher? Wir beraten Sie gerne zur richtigen Futterumstellung für Ihren Liebling.

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