Impfungen für Katzen: Welche Grundimmunisierung ist sinnvoll?

Egal, ob man sich ein junges Kätzchen oder eine bereits ältere Katze aus dem Tierschutz nach Hause holt – jeder Katzenbesitzer steht vor der Frage, welche Schritte die nächsten sind. Natürlich gehört dazu auch eine robuste Gesundheit der Katze, die unter anderem durch bestimmte Schutzimpfungen gewährleistet wird. Hier finden Sie einen Überblick, welche Impfungen zur Grundimmunisierung eine Katze erhalten sollte und welche zusätzlichen Schutzimpfungen sinnvoll sein können.
Katze beim Impfen

Es gibt zwar keinen verpflichtenden Impfplan für Katzen, jedoch gibt es bestimmte Krankheiten, gegen die eine Katze durch eine Impfung leicht und zuverlässig geschützt werden kann. Die wichtigsten Impfungen werden als „Core-Vakzinen“ bezeichnet und werden von der StikoVet, der Impfkommission der Kleintiermedizin, festgelegt. Dabei handelt es sich um besonders ansteckende und gefährliche Krankheiten wie die Katzenseuche. Wichtig bei fast allen Impfungen ist, dass je nach Impfstoff eine wiederholte Immunisierung erfolgt. Ihr Tierarzt wird Ihnen einen Impfpass ausstellen, in dem alle Impfungen Ihrer Katze aufgezeichnet werden und der Ihnen auch zeigt, wann der nächste Besuch beim Tierarzt ansteht.

Besonders wichtig ist eine Impfung gegen bestimmte Viruserkrankungen, da diese nach ihrem Ausbruch sehr gefährlich und meist lebensbedrohlich für die Katze sind. Die Behandlung ist zudem meistens entweder extrem schwierig, aussichtslos oder – wie im Fall von Tollwut – verboten. Das Tückische an manchen Viruserkrankungen ist auch, dass eine Katze äußerlich bis zum Ausbruch der Krankheit völlig gesund erscheinen kann und immer mehr Katzen ansteckt, wenn Sie mit ihnen in Berührung kommt.

Grundimmunisierung

Die Grundimmunisierung, die fast jeder Tierarzt empfiehlt, sollte ab der 6.-8. Lebenswoche stattfinden und eine Impfung gegen Katzenseuche und die Haupterreger des Katzenschnupfens umfassen. Die Nachimpfung gegen diese Krankheiten sollte 3-4 Wochen nach der Erstimpfung stattfinden, sie ist für eine vollständige und garantierte Grundimmunisierung Ihrer Katze notwendig: Die Katze ist mit 8 Wochen nämlich noch durch vom Muttertier stammende Schutzstoffe teilweise geschützt und diese können die Wirksamkeit einer Impfung abschwächen. Die dritte Impfung steht ein Jahr später auf dem Programm, die weiteren Folgeimpfungen sind danach nur noch in dreijährigen Abständen vom Tierarzt durchzuführen.

Freigänger sollten zusätzlich gegen die Katzenleukose geschützt sein, die erstmalig in der 16. Lebenswoche geimpft werden kann. Auch eine Tollwut-Impfung sollten insbesondere Katzen, die draußen rumstreunen, ab der 12. Lebenswoche erhalten. Doch auch für Stubentiger ist die Impfung gegen Tollwut anzuraten.

Zusätzlich gibt es noch optionale Impfungen wie beispielsweise gegen Bordetellen oder Chlamydien. Sie sind deswegen optional, da die Impfung entweder nicht zu 100% schützt oder bei Ausbruch eine Behandlung der Erkrankung möglich ist. Diese beiden Impfungen sind besonders bei Mehrkatzenhaushalten mit Problemen mit diesen Erregern empfehlenswert.

Welche Impfungen für Ihre Katze besonders wichtig sind, richtet sich auch nach den Lebensbedingungen: Ist es ein Freigänger? Haben Sie mehrere Tiere? Möchten Sie mit der Katze verreisen? Erstellen Sie deshalb zusammen mit Ihrem Tierarzt, einen möglichst individuellen Impfplan.

Wichtig: Sollte Ihre erwachsene Katze keine Impfungen gegen die wichtigsten Krankheiten als Kitten erhalten haben, so ist es mit einer Grundimmunisierung nie zu spät! Auch eine ausgewachsene Katze sollte einen Grundschutz erhalten und nachfolgend regelmäßig geimpft werden.

Wichtige Schutzimpfungen für Katzen im Überblick

Katzenseuche 

Die Katzenseuche (Panleukopenie) wird  über Kot von Tier zu Tier oder durch verschmutzte Kleidung auf die Katze übertragen. Auch erkrankte Hunde können Katzen infizieren. Das Virus greift die sich stark vermehrenden Zellen des Darms, des Knochenmarks und des Lymphsystems an und zerstört diese. Eine Heilung ist nur selten erfolgreich und die Therapie sehr teuer sowie kräftezehrend. Die Impfung bietet nahezu 100%igen Schutz vor der Krankheit.

Wann gegen Katzenseuche impfen?

1. Impfung: 6. bis 8. Woche

2. Impfung: 3-4 Wochen nach der Erstimpfung

Impfauffrischung: nach1 Jahr, danach alle 3 Jahre

Katzenschnupfen 

Beim Katzenschnupfen (Rhinotracheitis) erfolgt die Übertragung der beteiligten Viren und Bakterien meist von Tier zu Tier. Meist sind Calici- und/oder Herpesviren beteiligt. Die Katze wird sehr geschwächt durch den Schnupfen und hat meist weißen oder eitrigen Ausfluss aus Nase und Augen. Sie kann auch Fieber entwickeln oder ihren Appetit verlieren, da sich das Mäulchen stark entzündet. Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto mehr wird die Atmung beeinträchtigt.  Vor allem bei Jungtieren können unheilbare Folgeschäden auftreten. Die Schutzimpfung ist sehr wirksam und anzuraten, da insbesondere Herpesviren ein Leben lang im Katzenkörper verweilen.

Wann Katzenschnupfen impfen?

1. Impfung: 6.-8. Woche

2. Impfung: 3-4 Wochen nach der Erstimpfung

Impfauffrischung: nach 1 Jahr, danach alle 3 Jahre

Leukose 

Die Leukose (Katzenleukämie) wird besonders gefürchtet, da die Erkrankung nicht heilbar ist. Katzen in Mehrkatzenhaushalten oder Freigänger sind eher gefährdet, sich anzustecken. Die Katze wird durch engen Kontakt mit einer befallenen Katze z.B. beim Beschnuppern oder durch Kratzwunden infiziert. Diese Erkrankung kann sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen, da sie verschiedene Erkrankungen nach sich zieht. Die Impfung schützt vor einer fortschreitenden Infektion mit dem Leukose-Virus.

Wann gegen Leukose impfen?

1. Impfung: 16. Woche

2. Impfung: 20. Woche

Impfauffrischung: nach 1 Jahr, danach alle 3 Jahre

Tollwut 

Nicht nur für Freigänger ist eine Impfung gegen Tollwut sinnvoll. Denn sollte alleine nur der Verdacht bestehen, dass die Katze sich mit Tollwut infiziert hat, so darf keine Behandlung erfolgen und die Katze muss eingeschläfert werden, da sie eine Gefahr für den Menschen und andere Tiere darstellt. Tollwut wird durch den Speichel insbesondere durch Bisse von Tier zu Tier übertragen. Bei Freigängern ist die Schutzimpfung ein Muss und bietet einen 100%igen Schutz. Tollwut verläuft immer tödlich. 

Wann gegen Tollwut impfen?

1. Impfung: ab der 12. Woche

2. Impfung: nur bei geplantem Auslandsaufenthalt 3-4 Wochen nach der Erstimpfung

Impfauffrischung: nach 1 bis 3 Jahren je nach Herstellerangabe

Hinweis: Bei Reisen ins Ausland ist eine gültige Tollwut-Impfung Pflicht. Dabei darf die Impfung in jedem Fall nicht länger als die Herstellerangabe und kürzer als 21 Tage zurückliegen. Erkundigen Sie sich vor Reisen frühzeitig nach den weiteren Bestimmungen des Ziellandes. Aktuell gültige Regelungen für Reisen in der EU finden Sie auf den offiziellen Seiten des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Chlamydien 

Chlamydien werden durch Schmierinfektionen und andere Katzen übertragen. Sie führen zu starker Augenentzündung, Schnupfen und Fieber. Oft treten sie gleichzeitig mit den Katzenschnupfenerregern auf. Eine Therapie mit Antibiotika ist aufwendig, aber möglich. Die Impfung gegen Chlamydien schützt nicht vor einer Infektion, mildert aber die Symptome im Falle einer Erkrankung deutlich ab.

Wann gegen Chlamydien impfen? 

1. Impfung: ab der 8. Woche

2. Impfung: 3-4 Wochen nach der Erstimpfung

Impfauffrischung: jährlich


Katzen impfen  Ja oder nein?

Vor der Impfung wird Ihre Katze nochmal vom Tierarzt untersucht und der allgemeine Gesundheitszustand festgestellt. Nur eine gesunde Katze kann anschließend geimpft werden und bildet auch eine vollständige Immunität aus. Die Katze darf also nicht unterernährt oder stark von Parasiten befallen sein. Die Katze sollte möglichst zwei Wochen vor der Impfung entwurmt werden, um die Gesundheit sicherzustellen.

Manche Studien behaupten, dass bestimmte Impfstoffe das Risiko eines Fibrosarkoms, einer Krebserkrankung, erhöhen. Eine regelmäßige Untersuchung durch den Tierarzt, die Impfung mit adjuvantienfreien Impfstoffen und ein aufmerksames Auge des Besitzers können dabei das Risiko minimieren.

Impfungen können das Leben Ihrer Katze retten. Vor allem bei Freigängern ist eine regelmäßige Immunisierung notwendig. Aber auch bei Hauskatzen sollte eine Grundimmunisierung mit regelmäßiger Auffrischung nicht vernachlässigt werden, da es Viren gibt, die über Kleidung oder Gebrauchsgegenstände ins Haus kommen. Nur durch eine Impfung sind Sie und Ihre Katze letztlich wirklich geschützt.

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