Keine Macht den Parasiten: So schützen Sie Ihren Hund vor Zecken, Milben & Co.

Parasiten sind lästige „Mitbewohner“, die es sich innerhalb oder außerhalb des Körpers bequem machen. Dabei können sie nicht nur selbst Erkrankungen beim Hund auslösen, sondern auch Erreger von weiteren Krankheiten an den Hund weitergeben. Deshalb sollte schon im Welpenalter an einen guten Parasitenschutz gedacht werden.
Die Zecke, ein häufiger Parasit beim Hund

30 bis 50% unserer Haustiere tragen tagtäglich Parasiten mit sich umher – und zwar im Verdauungstrakt. Unter den Welpen sind es sogar bis zu 90%! Im Großen und Ganzen bekommen und übertragen Welpen parasitäre Erkrankungen leichter als ausgewachsene Vierbeiner. Grund genug, dass bereits im Welpenalter eine Grundvorsorge gegen Würmer, Flöhe und Zecken ergriffen wird.

HäufigeParasiten beim Hund

• Würmer: Unsichtbare Begleiter

Es gibt nicht nur den EINEN Wurm, der den Vierbeiner befällt, sondern verschiedene Arten und Unterarten von Würmern: Insbesondere sind das Rundwürmer, Bandwürmer, Hakenwürmer und Peitschenwürmer. Bereits bei der Geburt tragen viele Welpen schon Rundwürmer in sich, auch Hakenwürmer können über die Muttermilch an die Welpen übertragen werden. Im späteren Leben gelangen die Würmer über den Kontakt mit Kot infizierter Tiere in den Organismus des Hundes. Die äußerst widerstandsfähigen Wurmeier sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Weiterhin können Bandwürmer über rohes, ungenügend behandeltes Fleisch oder durch Flöhe an Hunde gelangen. Würmer sind jedoch nicht an Vierbeiner gebunden, sie können von unseren Haustieren auf uns Menschen übertragen werden. Insbesondere bei Kindern, Senioren oder immunsupprimierten Menschen kann eine Manifestation zu Schwierigkeiten führen. Dass ein Hund zeitlebens keine Würmer trägt, ist schier unmöglich. Würmer müssen sich nicht zwangsläufig durch Symptome bemerkbar machen, sie können vielmehr für lange Zeit unbemerkt im Körper des Hundes hausen.

Verglichen mit ausgewachsenen Hunden zeigen Welpen bei Wurmbefall öfter Symptome. Würmer können sich unter anderem bemerkbar machen in Form von Durchfall oder Erbrechen, Gewichtsverlust, schuppiger Haut und einem stumpfen Fell. Da die Würmer die Verwertung von Nährstoffen beeinträchtigen, können Störungen des Wachstums oder andere Mangelkrankheiten auftreten. Auch Veränderungen des Blutbildes wie beispielsweise eine Blutarmut (Anämie) oder eine hochgradige Verstopfung des Darms können vorkommen. Bei einer extremen Manifestation ist sogar der Tod des Tieres möglich.

Eine Ansteckung mit Würmern kann nicht hundertprozentig vermieden werden, dennoch lässt sich die Gefahr dafür verringern. Sammeln Sie den Kot Ihres Lieblings täglich und entsorgen diesen hygienisch, sodass sich die Wurmeier nicht unnötig weiter in der Umgebung verteilen. Außerdem ist es ratsam Hunde in regelmäßigen Abständen zu entwurmen. Vor einer Entwurmung kann auch erstmal der Kot des Hundes auf Wurmeier kontrolliert werden. Die Kotuntersuchung ist oft eine geeignete Alternative zur prophylaktischen Wurmtablette, allerdings kann sie nicht hundertprozentig ausschließen, dass der Vierbeiner keine infektiösen Wurmeier ausscheidet. Das heißt: Auch wenn in der Kotprobe beim Tierarzt keine Wurmeier zu sehen waren, kann der Vierbeiner trotzdem Würmer in sich tragen. Sammelkotproben, das heißt, ein Teil des Hundekotes wird an drei aufeinanderfolgenden Tagen gesammelt, haben mehr Aussagekraft als eine einzelne Kotprobe.

Das Risiko einer Wurmerkrankung lässt sich anhand des Alters, der Haltung sowie der Ernährung des Hundes abschätzen. Von diesem Risiko lässt sich ableiten, in welchen Abständen ein Hund entwurmt werden sollte. Jüngere Hunde müssen dabei öfter entwurmt werden als ausgewachsene Vierbeiner. Empfohlen wird eine Entwurmung beginnend ab der zweiten Lebenswoche, die bis zu einem Alter von 12 Lebenswochen in zweiwöchigen Abständen wiederholt wird. Danach wird bis zum sechsten Lebensmonat nur noch monatlich entwurmt, bis der Abstand zwischen den Entwurmungen letztendlich etwa drei Monate betragen sollte.

Laborprobe auf Parasiten beim Hund

• Flöhe: Hartnäckige Blutsauger

Mit Flöhen können sich Hunde durch Kontakt mit infizierten Tieren anstecken, aber auch eine mit Floheiern oder anderen Entwicklungsstadien kontaminierte Umgebung kann die Infektionsquelle darstellen. Flöhe stechen die Vierbeiner, um Blut zu saugen. Dadurch verursachen sie Reizungen der Haut, sodass sich Hunde mit Flohbefall häufig kratzen und beißen. Einige Vierbeiner reagieren sogar allergisch auf Flöhe, besser gesagt den Flohspeichel. Diese Allergie geht mit einem heftigen Juckreiz einher, die Hunde fügen der Haut durch extremes Kratzen oftmals großen Schaden zu. Doch Flöhe sind nicht nur lästig: Sie können durch den Stich weitere Krankheiten übertragen, z.B. einen Bandwurm.

Da nur die erwachsenen Flöhe direkt auf dem Hund leben und sich die Eier und Entwicklungsstadien der Flöhe nur in der Umgebung des Hundes befinden, ist es wichtig, dass neben der Behandlung des Hundes die Umgebung ebenfalls gründlich gereinigt wird. Das sind beispielsweise Liege- und Schlafplätze des Tieres, Teppiche sowie Autopolster. Flöhe wieder komplett loszuwerden kann eine sehr anstrengende Aufgabe sein: Wird die Umgebung nur ungenügend gereinigt, können die kleinen hartnäckigen Tierchen den Hund erneut anstecken. Deshalb sollen es sich die Flöhe am besten gar nicht erst in Ihrem Zuhause gemütlich machen.

• Zecken: Überträger von fiesen Krankheiten

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind deshalb so gefürchtet, weil sie beim Saugakt Krankheitserreger von meist schwerwiegenden Erkrankungen übertragen können. Zu diesen Krankheiten zählen unter anderem die Borreliose, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die Babesiose, die Anaplasmose und die Ehrlichiose.

Aufgrund der Infektionsgefahr sollten die Zecken an unseren Vierbeinern am liebsten erst gar nicht anbeißen. Deshalb werden in erster Linie komplett abweisende (repellierende) Präparate empfohlen, daneben gibt es auch nicht-repellierende Mittel, die die Zecke nach dem Biss abtöten.

Sollte Ihr Vierbeiner trotz allem einmal eine Zecke tragen, sollten Sie diese umgehend entfernen. Ziehen Sie den Parasiten mit einem Hilfsmittel wie einer Zeckenzange oder einem Zeckenkamm einfach gerade heraus, ohne den Körper zu quetschen. Anschließend sollten Sie die Stichstelle mit einem geeigneten Desinfektionsmittel benetzen und Ihren Welpen in den kommenden Tagen auf mögliche Veränderungen beobachten.

• Ohrmilben: Nerviger als ein "Ohrwurm"

Besonders jüngere Vierbeiner haben sie gerne: Die Rede ist von Ohrmilben. Die Krabbelgeister werden durch engen Körperkontakt mit befallenen Tieren übertragen. Da sich Ohrmilben – wie ihr Name schon verrät – auf der Haut des äußeren Gehörgangs aufhalten, reizen sie diesen Anteil des Ohres. Folglich wird mehr Ohrenschmalz produziert und durch den Juckreiz kratzen sich die Hunde und schütteln den Kopf. Der Verdacht auf Ohrmilben erhärtet sich, wenn sich braunes Ohrensekret, das an Kaffeesatz erinnert, in dem einsehbaren Teil des Ohres befindet.
Dann heißt es: Ab zum Tierarzt und ein Mittel gegen Ohrmilben besorgen.

Ohrmilben beim Welpen jucken

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Hunde und Katzen sollten in regelmäßigen Abständen gegen Parasiten behandelt werden, darunter Würmer, Flöhe, Zecken und Milben. Eine prophylaktische Behandlung schützt nicht nur Ihren Vierbeiner vor einer Erkrankung, es wird gleichzeitig vermieden, dass Parasiten mit Zoonose-Potenzial uns Menschen befallen. Weiterhin ist es oft weniger zermürbend und weitaus weniger kostspielig als eine Behandlung im Falle einer Infektion.

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über die für Ihren Liebling individuell geeignete Parasitenvorsorge. Er kann am besten mit Ihnen erörtern, welches Präparat für Ihren Liebling und Ihre Lebenssituation am geeignetsten ist.

Schutz vor äußerlichen Parasiten (Ektoparasiten)

Eines vorweg: Bevor ein Präparat gegen Parasiten überhaupt auf den Markt kommt, muss es ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen. Unter anderem muss wissenschaftlich getestet und belegt werden, dass das Mittel wirksam und gut verträglich ist. Die meisten Mittel gegen Parasiten entfalten ihre Wirkung sehr schnell, der Schutz hält über einige Wochen an. Die Präparate können sowohl bei einem stattgefundenen Befall sowie zur Vorbeugung zum Einsatz kommen.

Hinweis: Nicht alle Mittel sind gleichermaßen für alle Tiere geeignet.

Für Katzen sind beispielsweise Präparate, die den Wirkstoff Permethrin enthalten, hochgiftig. Hunde in einem Katzenhaushalt dürfen keinen Parasitenschutz bekommen, der auf diesem Wirkstoff basiert.

Doch auch für bestimmte Hunde kann eine unpassende Parasitenprophylaxe aufgrund eines Defekts am Multi-Drug-Resistenz-Gen (MDR-1-Gendefekt) gefährlich werden. Vornehmlich bestimmte Hütehunde-Rassen können diesen Defekt aufweisen, unter anderem Australian Shepherd, Border Collie, Collie, Deutscher Schäferhund sowie der Weiße Schweizer Schäferhund. Im Regelfall wird durch die sogenannte Blut-Hirn-Schranke kontrolliert, welche Stoffe ins Gehirn gelangen dürfen. Beim MDR-1-Gendefekt können bestimmte Medikamente (unter anderem das Antiparasitikum Ivermectin), die nicht bis zum Gehirn vordringen dürfen, dennoch die Blut-Hirn-Schranke passieren. Das bleibt leider nicht ohne Folgen: Die Auswirkungen beziehen sich in erster Linie auf das Nervensystem, sodass es zu Störungen des Bewegungsapparates und der Koordination kommt. Der Vierbeiner kann sich außerdem erbrechen, zittern und desorientiert verhalten. Schlimmstenfalls kommt es zu einem komatösen Zustand. Der MDR-1-Gendefekt wird auf den Hund entweder von beiden Elternteilen oder lediglich von einem Elterntier vererbt. Hat der Vierbeiner den Defekt nur von einem Elterntier geerbt, spricht man in diesem Fall von einem sogenannten Träger. Obgleich die Auswirkungen bei den Trägern nicht so stark sind, muss dennoch mit einer Überempfindlichkeit gegenüber den für von einem MDR-1-Gendefekt betroffenen Tieren gefährlichen Medikamenten gerechnet werden. Durch einen Bluttest lässt sich leicht feststellen, ob Ihr Hütehund vom MDR-1-Gendefekt betroffen ist. Da nicht nur Mittel zur Parasitenprophylaxe, sondern auch andere bei Hunden eingesetzte Medikamente bei einem
MDR-1-Gendefekt gefährlich werden können, ist es hilfreich, über den MDR-1-Genstatus Ihres Vierbeiners im Vorfeld Bescheid zu wissen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt dazu.

• Das Spot-On

Das Spot-On ist eine praktische Methode, um den Vierbeiner sicher vor Parasitenbefall zu schützen. Die benötigte Menge wird nach dem Scheiteln der Haare zwischen den Schulterblättern verteilt – so kann der Hund das Mittel nicht abschlecken. Wichtig ist dabei, dass das Spot-On korrekt aufgetragen wird und die gesamte Menge auf dem Vierbeiner landet. Da das Mittel nach der Applikation erstmal einwirken muss, sollten Sie Ihren Liebling in den kommenden Stunden nicht mehr streicheln oder bürsten. Damit der Parasitenschutz dauerhaft garantiert ist, muss das Spot-On in regelmäßigen Abständen aufgetragen werden.

• Das Halsband

Während das Spot-On einmal aufgetragen wird, gibt das Halsband den Wirkstoff kontinuierlich an Fell und Haut des Hundes ab. Daher muss der Vierbeiner das Anti-Parasiten-Halsband permanent am Körper tragen. Den optimalen Sitz des Halsbands sollten Sie regelmäßig überprüfen. Im Gegensatz zum Spot-On verfügt das Halsband über eine längere Wirksamkeit, es muss weniger frequent gewechselt werden. Schwimmen und Wasserkontakt kann den Schutz vor Parasiten so lange beeinträchtigen, bis sich der Wirkstoffspiegel auf Haut und Fell erneut aufgebaut hat.

• Die Tablette

Mit einer Tablette kann der Wirkstoff einfach dosiert werden, die Anwendung ist ebenfalls keine große Herausforderung. Im Vergleich zu anderen Mitteln kann bei der Tablette der parasitenabweisende Wirkstoff nicht aus dem Fell gewaschen werden. Allerdings verfügt die Tablette über keine repellierende Wirkung, das heißt die Zecke beißt trotzdem, bevor sie von dem Wirkstoff abgetötet wird. Manche Tiere sind außerdem keine großen Freunde von Tabletten.

Auf Reisen: Parasitenschutz im Ausland

Planen Sie Ihren Vierbeiner mit ins Ausland (zum Ausland zählt bereits Österreich) zu nehmen, sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass es dort womöglich weitere Parasiten gibt, die in Deutschland (noch) nicht heimisch sind. Ein Beispiel hierfür sind Herzwürmer. Für die Auslandsreise kann je nach Risiko also eine geeignete Vorbeugemaßnahme nötig sein. Statten Sie daher spätestens sechs Wochen vor Antritt des Urlaubs einen Besuch bei Ihrem Tierarzt ab – manche Präparate müssen bereits vor dem Urlaub gegeben werden, sodass dann zum Zeitpunkt des Urlaubs ein wirksamer Parasitenschutz garantiert werden kann.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Vierbeiner beste Gesundheit!

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