Was tun, wenn der Hund an der Leine zieht? So klappt's mit der lockeren Leine

Der Golden Retriever von nebenan läuft mit seinem Herrchen locker und lässig vorbei, seine Bewegungen erscheinen leicht und in Harmonie zu seinem Menschen, die Leine hängt locker durch und das Herrchen macht ein entspanntes Gesicht. Es sieht so einfach aus...doch beim eigenen Liebling klappt's einfach nicht mit der Leinenführigkeit und das Gassigehen wird zum regelmäßigen Alptraum? Das muss nicht so sein: Mit diesen Tipps lernt auch Ihr Liebling bald nicht mehr an der Leine zu ziehen.
Hund zieht an Leine
Wenn der Hund an der Leine zieht...

Leinenführigkeit lässt sich von jedem Vierbeiner lernen, bestenfalls üben Sie gleich in den ersten Lebensmonaten. Denn Welpen lernen noch kinderleicht und Neues wird dauerhaft abgespeichert. Wer gleich von Anfang an am Ball bleibt, hat es also in den kommenden Hundejahren um einiges leichter. Ein besonderes Plus: Das Training an der Leine stärkt gleichzeitig die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Welpen.

Warum ziehen Hunde an der Leine?

In den meisten Fällen ist es ganz einfach: Das Ziehen an der Leine lohnt sich für den Hund. Er setzt sein Köpfchen durch und gelangt durch das Ziehen an den Ort, an den er möchte. Gerade im Welpenalter ist die ganze Welt noch voller neuer Dinge und oft sind andere Dinge im Augenblick interessanter, als der Mensch am anderen Ende der Leine. Da kommt der Hund schnell in Versuchung und zieht an der Leine in Richtung seines Begehrens. Und Hunde lernen schnell: Wird dieses Verhalten nicht sofort korrigiert, merkt sich der Hund, dass er durch das Ziehen zum Erfolg kommt. Als Rudeltiere übernehmen Hund immer dann das Kommando, wenn es die anderen Mitglieder nicht tun.

Aber auch durch den Verlust von Vertrauen, insbesondere durch schlechte Erfahrungen wie beispielsweise Gewalt, möchte der Vierbeiner eventuell seinen Abstand zum Begleiter größer wissen. Manche Vierbeiner bekommen durch ein Ziehen oder Rucken an der Leine durch den Halter Panik und wollen dem unangenehmen Gefühl schnellstmöglich entfliehen und ziehen deshalb "weg" vom Leinenhalter. Oder sie haben in der Vergangenheit bereits schlechte Erfahrungen mit der Leine gemacht und gelernt, dass diese nichts Gutes verheißt.

Ein anderer Grund kann sein, dass der Mensch dem Hund schlicht zu langsam ist. Hunde haben generell eine schnellere Gangart als wir Zweibeiner und langweilen sich bei zu gemächlichen Gassirunden ohne Abwechslung schnell einmal.

Welpen können sich noch nicht so lange am Stück konzentrieren und werden an der Leine nach etwa zwei bis drei Minuten Trainingseinheit unruhig. Die Trainingseinheiten sollten daher schrittweise verlängert werden. Das gilt auch für erwachsene Hunde, die noch gar kein Leinenführigkeitstraining erhalten haben und langsam an die neue Konstellation des "Leinelaufens" herangeführt werden sollen. Das Stichwort zum Erfolg lautet: Lieber öfter kurz trainieren als lange am Stück.

Vorbereitung für den Trainingsstart

Eines vorweg: Beginnen Sie mit dem Leinenführigkeitstraining erst, wenn Ihr Welpe bereits an Halsband und Leine gewöhnt ist. Andernfalls wird Ihr Welpe stark überfordert und die Lust am Üben verlieren!

Für das Training der Leinenführigkeit brauchen Sie nur wenige Gegenstände. Ein passendes Halsband oder Geschirr, eine ganz normale Führleine und eine ablenkungsfreie Umgebung für das Training reichen völlig aus. Das Halsband sollte etwas breiter bemessen sein und angenehm am Hals sitzen. Es darf dem Vierbeiner nicht zu sehr auf die Luftröhre drücken oder gar die Luft abschnüren. Viele Vierbeiner ziehen mit einem Brustgeschirr deutlich mehr als mit einem Halsband, da es sich beim Ziehen nicht allzu unangenehm anfühlt. Allerdings schont ein Brustgeschirr die Rückenpartie und den empfindlichen Kehlkopf, falls es doch mal zum Kraftakt kommt! Daher ist das Brustgeschirr insbesondere bei starken "Leinenziehern" und am Anfang des Trainings die bessere Wahl. Die Länge der Führleine sollte während des Trainings immer beständig sein. Andernfalls wird der Welpe unnötig verunsichert und verknüpft weniger schnell, was von ihm verlangt wird.

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Übrigens: Abrollleinen, wie z.B. die Flexileine, verleiten den Hund zum Ziehen. Für das anfängliche Training zum Laufen an lockerer Leine sind sie deshalb unpraktikabel. Diese Leinen sollten erst zum Einsatz kommen, wenn der Vierbeiner gar nicht mehr zieht.

Beginnen Sie mit Ihrem Training am besten in Ihrem heimischen Wohnzimmer, bis dort alles wie am Schnürchen läuft und der Welpe verstanden hat, worum es Ihnen geht. Danach wagen sie sich in sehr kleinen Schritten an Umgebungen heran, an denen mehr Ablenkung herrscht (beispielsweise der eigene Garten).

Tipp: Atmen Sie während des Trainings tief durch und bleiben Sie entspannt. Vermitteln Sie Ihrem Vierbeiner ein Gefühl von Sicherheit und innerem Gleichgewicht, gelangen Sie und Ihr Welpe als Team schneller zum Ziel.

So klappt das Leinenführigkeitstraining

Die Herausforderung der Leinenführigkeit: Ziel ist es, dass der Welpe oder Hund sich voll und ganz nach seinem Halter richtet und sich an dessen Laufgeschwindigkeit und Laufrichtung orientiert. In der Hundeerziehung ist auch in puncto "Leinenführigkeit" ein konsequentes Verhalten von Seiten des Hundehalters als "A und O". Auch wenn Sie sich aktuell nicht offensichtlich in einer Trainingseinheit befinden und nur die Leine für alltägliche Dinge angelegt haben, sollten Sie auf das Verhalten Ihres Welpen an der Leine achten.

Nur durch klare Regeln, die mit liebevoller Konsequenz verfolgt werden, kann Ihr Hund das gewünschte Verhalten verinnerlichen. Die Leinenführigkeit zieht sich also wie ein roter Faden durch das Leben mit dem Hund.

Sobald die Leine nicht mehr durchhängt, sollten Sie Ihren Hund darauf aufmerksam machen – greifen Sie also bereits vor dem eigentlichen Ziehen ein, um dem unerwünschten Verhalten vorzubeugen. Und so können Sie das Üben:

Was tun, wenn der Hund an der Leine zieht?

Zum Ziel „lockere Leine“ können Sie auf verschiedenen Wegen gelangen. Finden Sie die Methode, die für Sie und Ihren Welpen am besten funktioniert.

Bleiben Sie stehen 

Der Welpe muss verstehen, dass er nicht an sein Ziel gelangt, wenn er an der Leine zieht. Bleiben Sie stehen, wenn Sie merken das die Leine leicht zu spannen beginnt. Wichtig ist, dass Sie nicht mit einem Ruck an der Leine stehen bleiben. Bestenfalls behalten Sie die Hand mit der Leine immer in der Nähe Ihres Körpermittelpunkts, so verändert sich Ihre Handposition nicht unfreiwillig und Sie ziehen nicht so schnell versehentlich an der Leine.

Meist ist der Hund irritiert, warum es nicht weiter geht und langweilt sich. Bleiben Sie beständig: Der Spaziergang wird erst fortgesetzt, wenn der kleine Vierbeiner seine Aufmerksamkeit wieder Ihnen widmet und sich die Leine lockert. Der Hund lernt: Es geht nur weiter, wenn die Leine locker ist.

Wechseln Sie die Richtung 

Anstatt nur stehen zu bleiben, kann es sinnvoll sein, dass Sie abrupt die Laufrichtung um 180 Grad wechseln. Das macht besonders in Situationen Sinn, in denen der Welpe etwas Bestimmtes erreichen will. Das kann ein Ort zum Schnüffeln, ein anderer Hund oder ein Stock sein. Wechseln Sie wieder in die ursprüngliche Laufrichtung, sobald die Leine locker ist. Der Hund lernt somit: Durch Ziehen gelange ich nur noch weiter weg von meinem eigentlichen Ziel und wir drehen sogar um. An der lockeren Leine, komme ich diesem aber entgegen.

Welpe lernt an der lockeren Leine zu Laufen
Mit viel positiver Bestärkung lernt der Hund, was von ihm an der Leine erwartet wird

Loben Sie ausgiebig für eine lockere Leine 

Arbeiten Sie beim Leinentraining viel mit positiver Bestärkung. Eine offene und fröhliche Körpersprache, eine freundliche Stimme und ein schmackhaftes Leckerli werden Ihren Hund motivieren. Das Lob sollte innerhalb von etwa einer Sekunde über die Lippen kommen, damit der Welpe die positive Bestärkung mit seiner ausgeführten Tätigkeit verknüpfen kann. Ein besonderes Lobwort, z.B. "Bravo", in Kombination mit einer leckeren Snackbelohnung eignet sich hervorragend zum Leinenführigkeitstraining.

Unterhalten Sie Ihren Hund

Insbesondere Welpen und junge Hunde sind wie Kinder – wird es ihnen langweilig, lassen Sie sich allerlei Blödsinn einfallen und an konzentrierte Arbeit ist nicht mehr zu denken. Gestalten Sie das Leinenführigkeitstraining daher für Ihren Liebling spielerisch und interessant. Tempo- oder Richtungswechsel helfen dabei. Auch Leckerlis und Spielzeug dienen der Unterhaltung und Motivation während des Spaziergangs. So werden Sie für Ihren Hund beim Spaziergang nicht "langweilig".

Überfordern Sie Ihren Liebling nicht 

Beginnen Sie mit kurzen Spaziergängen und Trainingseinheiten. Andernfalls verliert Ihr Hund schnell die Lust an der Sache. Das Trainingsende können Sie außerdem mit einem speziellen Auflösezeichen markieren. Insbesondere Welpen haben ohnehin noch eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Dasselbe gilt aber für alle Hunde am Anfang des Leinentrainings: Ist das Laufen an der Leine noch neu, bauen Sie nach und nach kurze Trainingseinheiten auf und bleiben Sie geduldig. Verlangen Sie "zu schnell zu viel" wirft dies das Training oft zurück. Geduld ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg!

Auch wenn Ihr Hund längere Zeit an der Leine zieht und Sie deshalb vielleicht frustriert sind – greifen Sie bitte nicht zu Zubehör wie Halsbändern ohne Zugstopp, Stachelhalsbändern oder ähnlich schmerzhaftem Trainingszubehör. Es kann durchaus passieren, dass der Vierbeiner durch den Versuch dem unangenehmen Druck zu entkommen dann noch stärker in der Leine hängt. Außerdem gilt solches Zubehör als tierschutzwidrig und schadet noch dazu der Bindung zu Ihrem kleinen Liebling.

Fühlen Sie sich unsicher oder benötigen Hilfe, nehmen Sie stattdessen den Rat eines Fachmannes in Anspruch. Eine gute Hundeschule oder ein professioneller Hundetrainer zeigt Ihnen, wie Sie das Leinenführigkeitstraining mit Ihrem Hund individuell am besten umsetzen können.

→ Bei pets Premium finden Sie außerdem das passende Zubehör für Ihr Leinenführigkeitstraining. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Durchhaltevermögen beim Training.

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