Futter unter der Lupe (Teil 3): Zusatzstoffe

In unserer Strecke „Futter unter der Lupe“ betrachten wir Inhalte, Herstellung und Zusammenhänge von Futtermitteln – Dieses Mal: Zusatzstoffe im Hundefutter – was hat es damit auf sich?
Zusatzstoffe in Hundefutter

Jedes Futtermittel besteht aus Nährstoffen und Zusatzstoffen. Zu den Nährstoffen zählen Proteine, Fette, Kohlenhydrate aber auch Mineralstoffe, Ballaststoffe und Vitamine. Diese Stoffklassen braucht oder benutzt der Organismus, um Stoffwechselprozesse aufrecht zu halten, Körperbausteine herzustellen oder um die in den Nährstoffen enthaltene Energie zu verbrennen. Sie werden in Klassen unterteilt und in der Standardanalyse auf dem Etikett des Futters angegeben. Daneben enthalten die meisten Futtermittel aber auch Zusatzstoffe. Das sind Stoffe, die kein Bestandteil der Rohstoffe sind und dem Futtermittel bewusst zugesetzt werden. Diese Zusatzstoffe erfüllen bestimmte Funktionen: Entweder auf Seiten des Futters, z.B. indem sie die Haltbarkeit des Futters erhöhen, oder auf Seiten des Tieres, indem der Geschmack, der Geruch oder die Verdauung verbessert werden.

Arten von Zusatzstoffen 

Zusatzstoffe werden nach ihrem Zweck in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die jeweilige Kategorie muss auf der Verpackung mit dem Zusatzstoff deklariert werden.

Technologische Zusatzstoffe

Jeder Stoff, der Futtermitteln aus technologischen (verarbeitungstechnischen) Gründen zugesetzt wird. Dazu zählen:

• Konservierungsstoffe

Sie hemmen das Wachstum von Schimmelpilzen, Bakterien usw. und schützen das Futter so vor schnellem Verderb. Dazu zählen Säuren und Salze wie Sorbinsäure (E 200), Kaliumsorbat (E 202), Zitronensäure (E 330) oder Essigsäure (E 260)

• Antioxidantien

Sie machen das Futter länger haltbar und schützen bzw. reduzieren den Zerfall von sauerstoffempfindlichen Zutaten im Futter, wie bestimmte Vitamine und ungesättigte Fettsäuren. Fetthaltige Futtermittel z.B. werden schnell ranzig – das Futter hat dann nicht nur ein schlechteres Geschmacksaroma, sondern verliert auch seine ernährungsphysiologische Wertigkeit. Natürliche Antioxidantien sind z.B. Vitamin E (Tocopherol) und Vitamin C (L-Ascorbinsäure bzw. E 300).   

• Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmittel, Geliermittel

Sie beeinflussen das Aussehen oder die Konsistenz von Futtermitteln und binden Wasser. Beispielsweise macht Sojalecithin als Emulgator die Mischung von Fett und Wasser möglich und Johannisbrotkernmehl (E410), das aus Samen gemahlen wird, dient als Bindemittel.   

• Säureregulatoren

Sie senken den ph-Wert und haben deshalb eine Bedeutung für das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen. Gleichzeitig fördern sie den Reifungsprozess der guten Bakterien, die für den Körper bedeutsam sind. Oft werden sie aus technologischen Gründen eingesetzt, außerdem werden säureregulatoren in medizinischen Diätfutter zur Vorbeugung bestimmter Harnsteinerkrankungen verwendet. Unter diese Zusatzstoffe fallen z.B. Zitronen-, Phosphor- oder Weinsäure.

Sensorische Zusatzstoffe

Ein sensorischer Zusatzstoff wird einem Futtermittel zugesetzt, damit die Eigenschaften des Futters verbessert werden, sprich dieses besser aussieht, schmeckt oder riecht. Bei den sensorischen Stoffen unterscheidet man unter anderem:

• Färbende Stoffe 

z.B. natürliche (z.B. Carotinoide) und synthetische Farbstoffe

• Aromastoffe 

Natürliche (z.B. Vanillin, Anis, Fenchel) und künstliche Aromastoffe

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Diese Zusatzstoffe sind Nährstoffe, die jeder Organismus dringend zum Leben braucht. Bei der Herstellung von Futtern gehen üblicherweise beim Kochen, Backen, Pressen, Sterilisieren oder anderen Prozessen Nährstoffe zum Teil kaputt. Es ist deshalb wichtig, dass diese dem Futter nachfolgend in ausreichender Menge wieder zugesetzt werden, damit am Ende des Herstellungsprozesses die enthaltenen Nährstoffe den täglichen Bedarf des Tieres decken können. Zu diesen Zusatzstoffen zählen:

• Spurenelemente (z.B. Eisen, Zink)

• Vitamine und Provitamine (z.B. Vitamin A, -B1, Biotin)

• Aminosäuren und ihre Salze (z.B. Taurin, Lysin)

Zootechnische Zusatzstoffe

Jeder Zusatzstoff, der die Leistung und den Gesundheitszustand von Tieren oder die Auswirkungen auf die Umwelt positiv beeinflussen soll. Dazu zählen zum Beispiel:

• Pre- und Probiotika (Mikroorganismen), die den Darm stärken können

• Enzyme

Zusatzstoffe in Tierfutter    sinnvoll oder nicht?

Welche Zusatzstoffe in Futtern verwendet werden dürfen, ist in einer EU-Verordnung geregelt. Es gibt Zusatzstoffe für die Höchstgehalte festgesetzt sind und die deklariert werden müssen. Zudem gibt es Zusatzstoffe, die nicht kennzeichnungspflichtig sind, bei denen der Hersteller die Deklaration freiwillig durchführen kann.

Viele Tierbesitzer achten heute sehr auf die Qualität des Futters, mit dem sie ihre Lieblinge ernähren. Oft hört man sie sagen, dass sie unbedingt ein Futter ohne Zusatzstoffe füttern wollen. Denn sie denken, dass ein Futter nur hochwertig sein kann, wenn nichts zugesetzt wurde. Dabei wissen viele Tierbesitzer gar nicht, dass der Begriff „Zusatzstoffe“ ein Sammelbegriff ist für ganz verschiedene Stoffklassen und einige davon sogar unverzichtbar sind für Hunde und Katzen.  

Viele Zusatzstoffe sind sinnvoll und können die Qualität eines Futtermittels unterstützen. Andere werden vom Hersteller nicht extra in das Futter gearbeitet, sondern fallen schon vorher in der Produktion der Rohstoffe an und finden sich aus diesem Grund im Futtermittel wieder. Zeigt Ihr Vierbeiner eine Futtermittelunverträglichkeit, kann das in seltenen Fällen auch an den verwendeten Zusatzstoffen liegen. Den genauen Auslöser zu definieren ist meist nicht möglich, insbesondere wenn Zusatzstoffe nicht deklariert werden müssen oder bereits in Ausgangsmaterialien enthalten sind. Daher ist es nicht vollkommen egal, welche Rohstoffe und Zusatzstoffe ein Hersteller verarbeitet.

Hinweis: Eine objektive Bewertung der Qualität eines Futters erfordert ein außerordentliches Fachwissen sowie zusätzliche Angaben des Herstellers, die oft gar nicht auf der Verpackung stehen. Die genaue Analyse der Qualität eines Futters erfordert daher immer eine Berechnung durch einen Fachmann.  

Empfehlung: Nutzen Sie eine kostenlose Futterberatung und lassen Sie sich persönlich und individuell von unserem pets Premium Experten-Team beraten. Gerne besprechen wir auch Ihre Fragen zu Zusatzstoffen in Tiernahrung, den Inhaltsstoffen einzelner Futtermittel oder anderen Themen, die Ihnen bei der Wahl eines geeigneten Futters für Ihren Liebling aufkommen.

⇒ Weiterführende Lese-Tipps:

• Futter unter der Lupe (Teil 1): Die Standardanalyse - Was ist drin, im Futter?

• Futter unter der Lupe (Teil 2): Zusammensetzung & Deklaration

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