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Vegane Ernährung bei Hund und Katze? Dr. Berg klärt auf!

München, 10.09.2014

Immer mehr Menschen essen heutzutage ausschließlich pflanzliche Gerichte. Keine Frage: Vegane Ernährung liegt voll im Trend. Laut Vegane Gesellschaft Deutschland e.V. ernähren sich mittlerweile rund 800.000 Menschen vegan – Tendenz steigend. Was aber für Menschen eine adäquate Lebenseinstellung sein mag, eignet sich nicht für unsere Haustiere. pets Premium Tierarzt Dr. Gregor Berg fordert daher, Hund und Katze keinesfalls vegan zu ernähren. Nachdem Veganer selbst gänzlich auf tierische Produkte bei ihrer Ernährung verzichten, kommen ihnen oft Gewissensbisse, wenn sie ihre Hunde oder Katzen mit Dosen- oder Frischfleisch ernähren. Denn damit unterstützen sie genau jene Industrie, die sie selbst aus Überzeugung ablehnen. Das eigene Tier vegan zu ernähren, liegt deshalb nahe. Warum diese Ernährungsform aber weder für Hunde, keinesfalls aber für Katzen sinnvoll – ja sogar schädlich – ist, erklärt pets Premium Tierarzt Dr. Gregor Berg.

 

Katzen: Kleine Räuber mit großem Fleischbedarf – vegane Ernährung ausgeschlossen

Katzen bewegen sich athletisch, liegen auf der Lauer und besitzen ein auffälliges Raubtiergebiss. Alles Indizien für ihre Vorliebe: Fleisch. Ein weiteres auffälliges Merkmal für Fleischfresser sind die gejagten Vögel oder Mäuse, die mancher Katzenbesitzer des Öfteren auf der eigenen Fußmatte bewundern kann. Von diesen Beutetieren frisst die Katze auch nur bestimmte Teile, insbesondere sind dies Muskeln und ausgewählte Organe wie Herz oder Leber. Das bestätigt einmal mehr den ausgeprägten Jagdinstinkt des kleinen Raubtiers. Auch die Anatomie und der Stoffwechsel der Katze bestätigen das, wie Dr. Gregor Berg erklärt:

Dr. Berg Katze Vegane ErnährungDie Zähne zeigen keine Furchen, wie sie für Pflanzen- oder Allesfresser typisch wären. Auch die Kieferbeweglichkeit ist bei Katzen deutlich eingeschränkt. Der Magen-Darm-Trakt ist kurz und ohne spezielle Anpassungen. Auch an bestimmten Enzymen und Stoffwechselwegen zur Verarbeitung pflanzlicher Nahrung fehlt es Katzen größtenteils. Der Proteinstoffwechsel ist zudem sehr aktiv, zur Energiegewinnung müssen Katzen daher große Mengen aufnehmen. Die Aminosäure Taurin, sowie die Fettsäure Arachidonsäure, die beide nur in tierischen Geweben vorkommen, sind für Katzen essentiell. Katzen sind daher auf die Zufuhr großer Mengen Fleisch angewiesen – sie sind hochspezialisierte reine Fleischfresser. Katzen können also mit einer veganen Ernährung nicht bedarfsgerecht ernährt werden. Eine Ernährung ohne Fleisch ist damit aus tiermedizinischer Sicht nicht artgerecht, sondern sogar tierschutzwidrig.“


Hunde: Ein Leben ohne Fleisch ist möglich, aber sinnlos 

Der beste Freund des Menschen stammt vom Wolf ab und ist wie sein wilder Vorfahre ein Allesfresser. Auch wenn Hunde bereits seit mehreren tausend Jahren domestiziert sind und sich an das Leben an der Seite der Menschen angepasst haben, so sind sie auch heute noch Allesfresser. Sie fressen demnach neben Beutetieren auch Gräser oder Beeren. Das bedeutet aber nicht, dass es deshalb artgerecht ist, einen Hund gänzlich einseitig – beispielsweise vegan – zu ernähren. Warum auch bei Hunden eine ausgewogene Fütterung mit fleischlichen Bestandteilen unerlässlich ist, führt Dr. Gregor Berg aus:

Dr. Berg Hund Vegane Ernährung„Die Backenzähne sind bei Hunden zwar ausgeprägter als bei Katzen, aber weit weniger ausgeprägt als beispielsweise beim Menschen. Das Kiefergelenk des Hundes erlaubt zwar kleine Mahlbewegungen, ist aber dennoch nicht auf den übermäßigen Verzehr von pflanzlicher Nahrung ausgelegt. Seine Energie gewinnt der Hund zwar aus Kohlenhydraten, die Aufnahme der Aminosäuren Arginin, die häufig in tierischen Geweben vorkommt, ist für seine Ernährung jedoch essenziell. Neuere Studien zeigen, dass auch beim Hund ein Mangel an Taurin zu Herzmuskelschäden führen kann. Taurin kommt ausschließlich in tierischen Geweben vor. Die rein pflanzliche Fütterung ist daher ebenso wenig bedarfsgerecht wie die rein fleischliche. Die komplett vegane Ernährung von Hunden bildet nicht das natürliche Fressverhalten eines Hundes ab und ist daher aus tiermedizinischer Sicht keinesfalls artgerecht.“

 

Nicht alles, was ernährungsphysiologisch machbar ist, kann auch als artgerecht bezeichnet werden. In der menschlichen Ernährung spielen auch Grundsatzfragen und die individuelle Lebenseinstellung eine Rolle. Diese Kriterien können aus der Sicht des Tierwohls nicht ohne weiteres auf die Haustierernährung übertragen werden. Wir sollten akzeptieren, dass unsere Haustiere Bedürfnisse haben, die sich von den Unseren unterscheiden und versuchen, diese in das Zusammenleben einfließen zu lassen. Das betrifft insbesondere auch die Fütterung unserer Hunde und Katzen.


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