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Wenn das Fell juckt

Viele Hunde verhalten sich nach der Fütterung merkwürdig. Das kann an einer Futtermittelallergie liegen – eine Ausschlussdiät bringt Licht ins Dunkel

Der Familienhund, Ausgabe 02/2012, 20.06.2012

Es beginnt mit Kratzen und Schlecken: Wenn Hunde nach der Fütterung ein ungewöhnliches Verhalten zeigen, ist der Auslöser womöglich eine Futtermittelallergie. Wie Menschen können Hunde allergisch reagieren, erklärt Tierarzt Dr. Gregor Berg, der sich eingehend mit Tierfutter und davon ausgelösten Erkrankungen auseinandersetzt. Viele Hundehalter können die teilweise sehr unterschiedlichen Symptome nicht zuordnen.

Eine Allergie ist eine krankhafte Abwehrreaktion des Körpers gegen Stoffe, die das Immunsystem fälschlicherweise als schädlich erkennt. Meist sind das Proteine (Eiweiße), die als Allergene bezeichnet werden. Bei Hunden gibt es oft allergische Reaktionen auf Flohspeichel, Gräser, Pollen oder eben auch Futtermittel-Bestandteile: Häufige Auslöser sind z.B. Rindfleisch- oder Weizenproteine. Enthält das Futter diese Bestandteile, kann das Immunsystem mit Abwehrmaßnahmen reagieren – auch wenn das Futter zuvor gut vertragen wurde. Die Folge. Juckreiz und andere Hautsymptone, aber auch Durchfall, Erbrechen oder vermehrte Blähungen. Besteht der Verdacht einer Futtermittelallergie, so gibt es nur die Möglichkeit einer Ausschlussdiät (Eliminationsdiät): Es wird Futter verwendet, mit dessen Inhaltsstoffen der Hund bisher noch nicht in Berührung gekommen ist, um eine allergische Reaktion auszuschließen. Füttert man nur dieses Futter, sollte die Immunreaktion innerhalb von mehreren Wochen abebben – die klinischen Symptome verschwinden.

Die Ausschlussdiät kann bis zwölf Wochen andauern. Außer den festgelegten Rohstoffen dürfen in dieser Zeit keine anderen Futtermittel oder Leckerlis gefüttert werden. Es empfiehlt sich einen Hersteller zu wählen, der die verwendeten Rohstoffe genau angibt und keine Rohstoffe verwendet, die sich aus verschiedenen Tierarten zusammensetzen. Es sollte daher ein Futter gewählt werden, dessen Inhaltsstoffe auf der Verpackung genau und transparent deklariert sind.
Zusätzlich sollte ein Futter ausgesucht werden, welches eine seltene Proteinquelle enthält, also Fleisch einer Tierart, die der Hund bisher nicht bekommen hat. Dieses Futter sollte zudem sortenrein sein, d.h. bei der Fütterung von z.B. Pferdefleisch darf neben Pferd keine andere Fleischsorte enthalten sein. Wenn Hunde gar keine Fertigfutter-Mittel vertragen ist es unerlässlich, die Ausschlussdiät selbst zuzubereiten oder Futtermittel zu füttern, die gänzlich ohne Konservierungsstoffe auskommen.
Eine Ausschlussdiät sollte unter Aufsicht eines Tierarztes absolviert werden. Nur ein Tierarzt kann mögliche Ursachen für die Symptome eines Tieres ausschließen und nach dem anfänglichen Verdacht die Diagnose der Futtermittelallergie sicherstellen.

Ausschlussdiät – Das müssen Sie beachten:

  • Bestätigung des Verdachts auf Futtermittelallergie durch einen Tierarzt
  • Wahl des richtigen Futters, ggf. von Experten unterstützen lassen
  • Ausschlussdiät konsequent anwenden
  • nichts vom Tisch geben
  • Aufnahmen beim Spaziergang unterbinden
  • bei Symptomfreiheit: langsam neue Stoffe in den Fütterungsplan aufnehmen
  • Dr. Gregor Berg ist Tierarzt und Futtermittelexperte mit jahrelanger Erfahrung in Kleintiermedizin sowie in der Produktionshygiene und Lebensmittelüberwachung. Marco Hierling hat fundierte Erfahrungen in der Analyse und Bewertung von Tiernahrung sowe in Hundepsychologie und -erziehung. Infos unter www.petspremium.de


    "Der Familienhund" ist die Zeitschrift des Berufsverbands der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V. (BHV).

    
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