Was passiert beim Tierarzt?

Stechen, Kratzen, Schweißausbrüche - oder was passiert alles beim Tierarzt?

So wie man als Mensch hin und wieder einen Arzt braucht, benötigt ein Tier ab und zu einen Tierarzt. Die Wahl eines Tierarztes ist Vertrauenssache!

Wenn Sie mit Ihrem Tier zum Tierarzt gehen wollen, können Sie verschiedene Arten von Einrichtungen aufsuchen.

Eine Einzelpraxis wird von einem einzelnen Tierarzt betrieben. Meist übernehmen Tierärzte in Einzelpraxen die Grundversorgung Ihrer Patienten als Haustierärzte. Für weiterführende Untersuchungen wie z. B. MRT, CT etc. überweisen Sie an Überweisungskliniken.

In einer Gemeinschaftspraxis arbeiten mehrere Tierärzte zusammen.

In einer Tierklinik arbeiten auch mehrere Tierärzte. Meistens haben sich spezialisierte Tierärzte zusammengeschlossen und bieten dadurch ihren Kollegen den Service einer Überweisungsklinik. Das bedeutet, dass der Haustierarzt seine Patienten für bestimmte Untersuchungen an eine Klinik überweist und sie danach wieder zurück überwiesen bekommt. Um den Status „Klinik“ anerkannt zu bekommen müssen bestimmte Kriterien eingehalten werden. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Anforderungen, darunter finden sich aber meistens:

  • mindestens 3 Tierärzte hauptberuflich
  • mehrere TierarzthelferInnen
  • Erreichbarkeit über 24 Stunden, 365 Tage im Jahr
  • ambulante und stationäre Versorgung der Tiere
  • Röntgengerät
  • Ultraschallgerät
  • Endoskop
  • Labor
  • In den fünf deutschen Städten, in denen Tiermedizin studiert werden kann, gibt es Universitätskliniken. An den Universitätskliniken arbeiten ebenso Spezialisten, welche Studenten und Tierärzte ausbilden und in ihrem Spezialgebiet Studien durchführen. Die Universitätskliniken sind dadurch auf dem neuesten wissenschaftlichem Stand. Oft wird die kostenlose Teilnahme an Studien angeboten.

    Auskunft über Standorte von Tierärzten finden Sie im Telefonbuch, Internet oder bei den Tierärztekammern der einzelnen Bundesländer (z. B. Bayerische Landestierärztekammer www.bltk.de). 

    Wählen Sie den Tierarzt aus, der zu Ihnen und Ihrem Tier passt!

     

    Der Tierarzt im Zyklus eines Tierlebens


    Vor dem Tierkauf

    Sie spielen mit dem Gedanken sich ein Haustier zuzulegen? Bitte informieren Sie sich genauestens bei Freunden, Bekannten, im Internet, anhand von Fachliteratur usw. über die Eigenschaften, die Bedürfnisse und auch den finanziellen Aufwand, den ein Tier mit sich bringt. 

    Vereinbaren Sie vorab einen Termin bei einem Tierarzt! Dieser kann Ihnen wertvolle Tipps zum Tierkauf aus tierärztlicher Sicht mitteilen. Er kann Ihnen zudem sagen, mit welchem finanziellen Aufwand sie für die reine Gesundheitsvorsorge rechnen müssen im Laufe eines Tierlebens – ohne, dass Ihr Tier jemals krank wird.


    Nach dem Tierkauf

    Herzlichen Glückwunsch - Sie haben sich für ein Tier entschieden! Egal, ob es ein Welpe oder ein erwachsenes Tier ist, suchen Sie zeitnah Ihren Haustierarzt auf und lassen Sie Ihren Liebling und seinen Impfpass durchchecken. Gerade bei Welpen gibt es viele Dinge am Anfang des Lebens zu beachten. An dieser Stelle sei auch zu erwähnen, dass für einen Hundewelpen der Besuch einer Hundeschule zwingend notwendig ist, damit er angemessen sozialisiert wird.


    Die ersten zwei Drittel eines Tierlebens

    Junge bis mittelalte gesunde Tiere werden bei den Impfterminen einer Allgemeinuntersuchung durch den Tierarzt unterzogen. In der Regel ist das ausreichend, es sei denn Sie denken, dass Ihr Tier nicht in Ordnung ist. Dann ist es natürlich wichtig, dass umgehend Ihren Tierarzt aufsuchen, der notwendige Untersuchungen durchführt.


    Das ältere Tier

    Beim älteren Tier ist es anzuraten, einen jährlichen Gesundheitscheck beim Tierarzt durchführen zu lassen. Dabei kann eine Blutuntersuchung nicht schaden, vielleicht hat man Glück und man erwischt eine beginnende Nierenerkrankung im Anfangsstadium.

     

    Der Tierarzt und seine Ausbildung


    Jeder Tierarzt in Deutschland hat im Großen und Ganzen dieselbe Ausbildung durchlaufen. Um Tierarzt zu werden muss man elf Semester (mindestens 5 ½ Jahre) das Studienfach „Tiermedizin“ studieren. In Deutschland ist das an fünf Universitäten möglich: in München, Berlin, Hannover, Leipzig und Gießen. Nach dem Studium beantragt man die Approbation (= Zulassung) als Tierarzt und darf dann tierärztlich tätig werden, egal ob als Kleintierpraktiker, Großtierpraktiker, Gemischtpraktiker, Amtstierarzt usw. – die Approbation ist allgemeingültig.

    Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, warum manche Tierärzte einen Doktortitel führen und andere nicht? Um als Tierarzt zu arbeiten braucht man keinen Doktortitel. Ein Tierarzt kann ihn nach dem Studium durch das Anfertigen einer Doktorarbeit (Dissertation) erwerben, indem er z. B. auf einem bestimmten Gebiet forscht. Eine Doktorarbeit gibt Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten auf einem Spezialgebiet, ist aber oft schlecht bezahlt und dauert mitunter Jahre, so dass heutzutage ein Teil der Tierärzte promoviert (eine Doktorarbeit schreibt), der andere Teil nicht. Ein Tierarzt zu sein mit oder ohne Doktortitel hat nichts damit zu tun, ob jemand viel weiß, viel Erfahrung hat oder ein guter oder schlechter Tierarzt ist.

     

    Nach dem Studium gibt es folgende Weiterbildungsmöglichkeiten, die ein Tierarzt absolvieren kann, aber nicht muss:

  • Weiterbildung zum Fachtierarzt
  • Erwerb einer Zusatzbezeichnung
  • Weiterbildung zum Europäischen oder Amerikanischen Diplomate
  • Fachtierarzt:

    Ein Tierarzt kann sich auf nationaler Ebene zum Fachtierarzt auf einem bestimmten Gebiet weiterbilden. Dazu muss er im Durchschnitt 4 Jahre lang unter der Obhut eines Tierarztes, der eine Weiterbildungsermächtigung besitzt, arbeiten und bestimmte Fälle und Fallzahlen bearbeiten. Im Anschluss folgt eine Prüfung, nach deren Bestehen sich der Tierarzt „Fachtierarzt für …“ nennen darf. Es gibt eine Reihe von Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland,  z. B. Fachtierarzt für Kleintiere, Fachtierarzt für Innere Medizin, Fachtierarzt für Chirurgie, Fachtierarzt für Rinder usw.

     

    Zusatzbezeichnung:

    Ein Tierarzt kann in verschiedenen Disziplinen eine Zusatzbezeichnung erwerben, beispielsweise für  Akupunktur, Kardiologie für Kleintiere usw. Auch für den Erwerb einer Zusatzbezeichnung arbeitet der Tierarzt unter einem anderen Tierarzt. Die Weiterbildungszeit dauert in der Regel zwei Jahre. Zusätzlich gibt es  meist Leistungskataloge zu erfüllen, z. B. muss eine bestimmte Anzahl an Eingriffen vorgenommen werden. Das theoretische Wissen wird am Ende der Weiterbildungszeit in einer Prüfung abgeprüft.

     

    Europäischer/ Amerikanischer Diplomate:

    Der Diplomate ist eine international anerkannte Form der Weiterbildung. Die Bezeichnung „Diplomate“ wird gerne mit „internationaler Fachtierarzt“ übersetzt. Dies ist nur bedingt zutreffend, da die Ausbildung im Gegensatz zum deutschen Fachtierarzt eher theoretisch gewichtet ist. Die Weiterbildung zum Diplomate kann über zwei Colleges durchgeführt werden, das europäische und das amerikanische. Die Weiterbildung zum Diplomate umfasst ein mindestens einjähriges Internship (Vorbereitungsjahr, in dem der Intern Einblick in verschiedene Bereiche der Tiermedizin bekommen soll, z. B. Kardiologie, Neurologie, Chirurgie) und eine anschließende 3-4 jährige Residency (Spezialisierung) an einer Klinik, an der fertige Diplomates die angehenden ausbilden. Am Ende der Weiterbildung steht eine Prüfung, die auf Englisch abgehalten wird. Ein Tierarzt, der sich Diplomate ECVIM-CA nennt, ist Diplomate des europäischen Colleges für Innere Medizin in der Kleintiermedizin, er ist also Spezialist für Innere Medizin bei Kleintieren.

     

    
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