Übersicht über einige Gesetze, die für die Haustierhaltung relevant sind:

Gesetzgebung Tierschutz:

Im Jahr 2002 wurde das Staatsziel „Tierschutz“ in das deutsche Grundgesetz aufgenommen (Art. 20a). Dadurch hat sich die allgemeine Rechtstellung des Tieres im Bürgerlichen Recht verbessert.

Das nationale Tierschutzgesetz gilt für jeden, der ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat. Da der Gesetzgeber das Wort „Tier“ gebraucht, gilt das Tierschutzgesetz wirklich für jedes Tier, egal ob Hund, Fisch (Wirbeltiere), Schnecke oder Insekt (wirbellose Tiere).

Der Grundsatz ist, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Um dies zu gewährleisten, muss der Verantwortliche Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, um das Tier richtig zu ernähren, zu pflegen und unterzubringen (§ 2 Tierschutzgesetz).

Das Tierschutzgesetz  regelt die Tierhaltung, die Tötung von Tieren, Eingriffe an Tieren, macht Vorgaben über Tierversuche und gibt vor, für welche Tätigkeiten in Zusammenhang mit Tieren man eine Erlaubnis braucht.

Genehmigungspflichtig nach § 11 ist z. B. das Züchten von Hunden und Katzen oder das Betreiben einer Tierpension. Weitere Informationen erhält man beim zuständigen Veterinäramt.

 

Die Hundehaltung und die Zucht von Hunden im Speziellen regelt die Tierschutz-Hundeverordnung. Es werden die allgemeinen Haltungsanforderungen beschrieben:

  • ausreichend Auslauf im Freien

  • Umgang mit Personen und Artgenossen

  • Gruppenhaltung von Hunden, wenn jemand nicht nur einen Hund hält

  • Welpen dürfen erst mit frühestens 8 Wochen vom Muttertier getrennt werden

  • ausreichend artgemäßes Futter und ständig Wasser

  • Pflege und Sorge um Gesundheit

  • Überprüfung der Haltungseinrichtung

  • Frischluft und angemessene Temperaturen, wenn ein Hund im Auto gelassen wird

  • Aufenthaltsbereich sauber und ungezieferfrei, Kotentfernung täglich.

 

In den weiteren Abschnitten geht die Tierschutz-Hundeverordnung auf die Haltung von Hunden im Freien, in Räumen, im Zwinger und in Anbindung ein.

Die Haltung von Katzen und anderen Haustieren ist in keiner separaten Verordnung geregelt. Rechtsverbindlich ist hier das Tierschutzgesetz. Von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) gibt es jedoch das Merkblatt „Empfehlungen an die Haltung von Hauskatzen“, das die Anforderungen an die Katzenhaltung zusammenfasst. Es ist allerdings nicht rechtsverbindlich. Auch für Heimtiere stellt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz im Internet wertvolle Merkblätter zur Verfügung, die einfach über diverse Suchmaschinen gefunden werden können.

Das Thema „Fütterung“ wird im Tierschutzgesetz  und auch in der Tierschutz-Hundeverordnung aufgegriffen. Im Tierschutzgesetz heißt es, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen nach angemessen ernährt werden muss. In der Tierschutz-Hundeverordnung wird gefordert, dass ein Hund mit artgemäßem Futter in ausreichender Menge und Qualität versorgt werden muss. Im Zweifelsfall hat ein Amtstierarzt zu beurteilen, ob dies bei einem Tier bzw. Hund tatsächlich der Fall ist.

 

Tollwut-Verordnung:

Die nationale Tollwut-Verordnung ist eine Verordnung innerhalb des Tierseuchenrechts. Sie regelt vor allem was zu tun ist, wenn ein Tollwut-Fall auftritt.

Die Tollwut-Verordnung schreibt zudem vor, wann ein wirksamer Impfschutz vorliegt. Bei der Erstimpfung eines Welpen im Alter von mindestens drei Monaten mindestens 21 Tage nach Abschluss der Grundimmunisierung. Ansonsten darf sie längstens um den Zeitraum zurückliegen, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung im Beipackzettel angibt.
Interessant ist außerdem, dass innerhalb Deutschland keine Tollwutschutz-Impfung vorgeschrieben ist. Erst wenn man mit seinem Tier aus dem Ausland nach Deutschland einreisen will, ist sie zwingend erforderlich. Da es allerdings große Probleme gibt, wenn ein Haustier einen Menschen gebissen hat oder ein Tollwut-Fall bei einem Wildtier vorkommt, ist es anzuraten, dass Hunde und Freiläuferkatzen regelmäßig gegen Tollwut geimpft werden. Mit gültiger Tollwut-Impfung ist Ihr Haustier vor Quarantäne- oder gar Tötungsmaßnahmen im Verdachtsfall oder Seuchenfall sicher!

Arzneimittelrecht
Für Haustiere als "nicht Lebensmittel liefernde Tiere" sind die Vorschriften übersichtlich, da der Verbraucherschutz bei Haustieren keine Rolle spielt. Kaninchen und Pferde zählen allerdings automatisch zu den "Lebensmittel liefernden Tieren". Hier kann der Tierarzt den Status aber einfach zum "nicht Lebensmittel liefernden Tier" ändern. Das ist sinnvoll, damit der Tierarzt uneingeschränkt Medikamente einsetzen darf. Arzneimittel sind in drei Kategorien unterteilt:

  • Es gibt verschreibungspflichtige Arzneimittel, die man als Tierhalter auf Verschreibung direkt vom Tierarzt bekommt oder mit einem Rezept in der Apotheke abholen kann. Verschreibungspflichtig sind Arzneimittel immer dann, wenn sie bestimmte Wirkstoffe enthalten (z. B. Antibiotika) oder Wirkstoffe in hohen Mengen. Auch wenn z. B. Wirkstoffe bekannterweise verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen können, sind sie verschreibungspflichtig, da nur ein Tierarzt beurteilen kann, ob der Einsatz eines Medikaments sinnvoll ist oder nicht.

  • Daneben gibt es die apothekenpflichtige Arzneimittel, die man ohne Verschreibung in der Apotheke oder auch beim Tierarzt kaufen kann. Die apothekenpflichtigen Arzneimittel beinhalten Wirkstoffe in niedriger dosierten Mengen oder sind weit weniger mit Nebenwirkungen behaftet, als die Verschreibungspflichtigen.

  • In die dritte Kategorie fallen die freiverkäuflichen Arzneimittel, die es z. B. in Zoogeschäften zu kaufen gibt. Diese Arzneimittel sind zumeist harmlos oder beinhalten sehr wenig Wirkstoff, so dass keine Gefahr von ihnen ausgehen kann.


Wichtig ist, dass Sie als Tierhalter wissen, dass der Stoffwechsel Ihres Haustieres in manchen Bereichen ganz anders funktioniert als der Stoffwechsel eines Menschen. Aus diesem Grund dürfen Sie auf keinen Fall humanmedizinische Medikamente einsetzen, beispielsweise weil Sie diese noch zufällig zu Hause haben und denken, diese könnten auch Ihrem Tier helfen. So mancher Tierbesitzer (darunter auch viele Ärzte) hat dadurch sein Tier unwissentlich vergiftet und in Lebensgefahr gebracht und im schlimmsten Fall auch getötet. Bitte beginnen Sie keine selbst gewählte Therapie, sondern halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Tierarzt oder mit Ihrem Apotheker. Setzen Sie keine Medikamente für Menschen ein, wenn Sie nicht ausdrücklich von Ihrem Tierarzt verschrieben wurden. Dieser kann im Therapienotfall gezielt auf bestimmte Wirkstoffe aus der Humanmedizin zurückgreifen und weiß, welches Arzneimittel in welcher Dosierung für Ihr Tier wirksam und vor allem ungefährlich ist.
Einige Beispiele von Menschen-Arzneimitteln, die für Tiere tödlich sein können, sind Paracetamol, Teebaumöl, Aspirin (für Katzen) sowie Dicolfenac oder Aspirin (Hunde).

 

Tierisches Nebenprodukterecht:

Das tierische Nebenprodukterecht regelt die weitere Verwendung von tierischen Materialien, die z. B. bei der Schlachtung anfallen oder die anfallen, wenn ein Tier stirbt. Tierische Nebenprodukte werden in drei Kategorien eingeteilt:

  • Kategorie-1-Material: Darunter fallen z. B. ganze Tierkörper oder Körperteile, die mit einer Krankheit infiziert sein könnten, die auf den Menschen übertragbar ist (z. B. BSE). Auch verstorbene Haustiere fallen unter diese Kategorie. Kategorie-1-Material darf generell nicht zur Herstellung von Tierfutter verwendet werden, sondern muss z. B. verbrannt werden. Für Haustiere gilt die Ausnahmeregelung, dass man sie (ggfs. unter Beachtung bestimmter Vorschriften) vergraben darf.

  • Kategorie-2-Material: Darunter fallen z. B. Gülle oder Tierkörper bzw. –teile, in denen Rückstände gefunden wurden. Auch sie dürfen nicht verfüttert werden, sondern müssen nach Vorschrift beseitigt werden.

  • Kategorie-3-Material: Aus Material der Kategorie 3 darf Tierfutter hergestellt werden weil es nichts enthalten darf, woran ein Tier krank werden kann. Material der Kategorie 3 stammt meist von gesunden Schlachttieren und setzt sich zusammen aus Tierkörperteilen, die aus kommerziellen Gründen nicht zum menschlichen Verzehr verkauft werden können. In Deutschland ist es z. B. unüblich, dass bestimmte Innereien oder Teile (z. B. Herzen, Lungen, Hoden) vom Menschen gegessen werden. Eigentlich würde aber nichts dagegen sprechen sie zu essen, in anderen Ländern gelten sie als Delikatessen. Und da es keinen Sinn machen würde, diese hochwertigen Materialien einfach zu verbrennen, dürfen sie zur Herstellung von Tierfutter verwendet werden. Auch Tierkörper oder –teile, die der Mensch in der Regel nicht isst (z. B. Geflügelköpfe, Borsten) oder Tierkörper, die nicht ganz den Ansprüchen genügen, die an Lebensmittel gestellt werden, dürfen in der Tierfutterproduktion als Rohmaterial eingesetzt werden.


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