Die Ernährung der Katze

Vom Wildtier zur Hauskatze

Die Hauskatze (Felis silvestris catus) stammt von der Wildkatze (Felis silvestris) ab. Wildkatzen sind von ihrer Natur her Einzeljäger mit im Vergleich zum Hund viel geringer ausgeprägtem Kommunikationsverhalten und ohne artspezifischem Grundbedürfnis nach Gesellschaft. Es war daher nicht der Mensch, der die Domestikation der Wildkatze aktiv vorantrieb, um ein Begleittier zu haben, dass ihm in sozialen Verhaltensweisen ähnlich ist und mit dessen Zähmung er seine eigenen Fähigkeiten ergänzen und unterstützen konnte (wie beispielsweise beim Hund). Vielmehr waren es die Katzen selber, die die Nähe der menschlichen Wohnstätten suchten, um dort Beutetiere zu jagen (z. B. Mäuse, die in den Vorratsspeichern lebten). Erst nach und nach erkannte der Mensch darin einen Vorteil, dass Katzen in seiner Nähe lebten und Vorratsschädlinge (wie z. B. Mäuse) dezimierten.

Man nimmt an, dass die Domestikation erst vor wenigen tausend Jahren begann und im Gegensatz zum Hund eher passiv stattgefunden hat, also ohne aktives Bemühen des Menschen, die Katze als Haustier zu halten. Katzen sind daher weniger weit von ihrer ursprünglichen Wildform entfernt als Hunde. Auch ihre Verhaltensweisen sind nicht so stark auf das Leben der Menschen abgestimmt.

 

Reine Fleischfresser - Anatomie und Physiologie der Katze

Während Hunde in ihrer Enzymausstattung und dem Aufbau ihres Verdauungsapparats als Allesfresser bezeichnet werden können, ist die Katze in ihrem Nahrungsspektrum optimal an die Aufnahme von Fleisch angepasst. Das Nahrungsspektrum ist daher viel spezialisierter als das des Hundes. So ist es nicht verwunderlich, dass Katzen sehr viel wählerischer sind, was die Akzeptanz verschiedener Futtermittel angeht. Die Fixierung auf Fleisch geht soweit, dass Katzen in freier Natur weitestgehend vermeiden, den (pflanzlichen) Darminhalt ihrer Beutetiere zu verzehren. Ebenso spielt die Temperatur des Futters bei der Katze eine viel größere Rolle: je körperwärmer (ca. 38°C) das Futter ist, desto besser wird es aufgenommen. Auch das ist als Indiz dafür zu sehen, dass die Katze stark auf die Aufnahme von Muskelfleisch frisch getöteter Beutetiere fixiert ist.

Katzen besitzen viel weniger Backenzähne als Hunde, die zudem wenig oder keine Furchen aufweisen. Auch ist die parallele Beweglichkeit der Kieferknochen zueinander stark eingeschränkt. Die Fähigkeit pflanzliche Nahrung zu zermahlen ist daher kaum vorhanden. Der Katzenspeichel enthält zudem keine Amylase, ein Enzym das bei Hund oder Mensch bereits in der Mundhöhle beginnt, bestimmte enthaltenen Kohlenhydrate aufzuschlüsseln, die in pflanzlicher Nahrung enthalten sind. Je vielfältiger das Nahrungsspektrum einer Tierart ist, desto länger ist in der Regel der Darm. Reine Pflanzenfresser haben zudem oft spezielle anatomische und physiologische Besonderheiten, wie z. B. mehrere Mägen oder einen umgestalteten Blinddarm. Der Darm einer Katze ist dagegen relativ kurz und hat wenig Möglichkeiten sich an eine erhöhte Aufnahme von Kohlenhydraten anzupassen. Die Anpassung an eine erhöhte Aufnahme von Proteinen (z. B. bestimmte Aminosäuren) ist dagegen ausgezeichnet.

Der Stoffwechsel der Katzen ist so gut an eine Ernährung aus reinem Fleisch angepasst, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Tieren Proteine als Energielieferant einsetzen. Ihr Bedarf an Eiweißen und bestimmten Aminosäuren (z. B. Arginin, Taurin) ist dementsprechend hoch. Werden diese Aminosäuren nicht in ausreichendem Maß zugeführt, kann es schnell zu schwerwiegenden Mangelerscheinungen kommen. Auch bestimmte Stoffwechselvorgänge, die bei Allesfressern möglich sind, kann die Katze nur sehr begrenzt oder gar nicht durchführen. Vitamin A beispielsweise kommt natürlicherweise nur in tierischem Gewebe vor. Während viele Tierarten (z. B. Hunde) das Vitamin aus den Vorstufen synthetisieren können, haben sich Katzen so stark an Fleisch als Nahrung gewöhnt, dass sie Vitamin A direkt benötigen. Die Speicherfähigkeit der Leber für Cholesterin ist dagegen sehr viel größer als bei vielen anderen Tieren. Auch führt eine erhöhte Cholesterinzufuhr nicht zu einer Verdickung der Gefäßwände (Arteriosklerose) mit den bekannten Folgeerkrankungen (z. B. Herzinfarkt).

Katzen sind sehr gut an den Verzehr von Fleisch adaptiert. Sie haben viele Mechanismen, um ihren Organismus an eine hohe Proteinzufuhr anzupassen. Die Kehrseite dieser Spezialisierung ist die Notwendigkeit, dass die Nahrung aber auch aus hochwertigen, tierischen Proteinen besteht. Die Möglichkeiten der Anpassung an eine alternative Ernährung sind stark eingeschränkt.


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