Ratgeber Ernährung

Damit Sie und Ihr Liebling das Beste voneinander haben

Hochwertige Futtermittel sind eine Sache, seinem Liebling in jeder Situation das richtige geben eine andere. Tiere brauchen je nach Lust- und Lebenslage angepasste Ernährung. In unserem Ratgeber Ernährung erläutern wir Ihnen, was Sie bei Ihrem Hund bzw. Ihrer Katze beachten sollten – und welche Mythen Sie getrost vergessen können.

Betrachtet man die wissenschaftlichen Grundlagen der Ernährung genauer, so kommt man um einige Fachbegriffe nicht herum. Einige davon haben Sie vielleicht schon einmal gehört und wissen auch ungefähr, was sich dahinter verbirgt. Andere Begriffe sind Ihnen womöglich weniger geläufig. Daher nennen wir an dieser Stelle die wichtigsten Fachwörter der Ernährungsphysiologie und erklären, was sich dahinter verbirgt.

Alle Stoffe, die der Organismus in irgendeiner Form gebrauchen kann, z. B. um daraus Energie oder Stoffwechselbausteine herzustellen, werden als Nährstoffe bezeichnet. Alle diese Nährstoffe sollten in einem (Allein-)Futtermittel enthalten sein. Man teilt sie in solche ein, die Energie bereitstellen und solche, die keine Energie enthalten.

 

Nährstoffe mit Energie

Die drei energiehaltigen Nährstoffe sind Proteine (Eiweiße), Kohlenhydrate und Fette. Dem Organismus ist es dabei grundsätzlich egal, aus welchem der drei Stoffklassen er seine Energie gewinnt; sie sind energetisch austauschbar. Lediglich die Verwertung im Stoffwechsel unterscheidet sich, also wie schnell und mit welchem Aufwand die Energie bereitgestellt werden kann. So liefern kurzkettige Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker, Industriezucker) schnell verfügbare Energie, die allerdings nicht so lange vorhält wie zum Beispiel Fett, was sehr viel ergiebiger ist.

Neben der Energiegewinnung fungieren Nährstoffe jedoch auch als Baustein körpereigener Strukturen oder Stoffwechselbestandteile. Hier sind bestimmte Komponenten essentiell, d. h. sie müssen dem Organismus zwingend zugeführt werden, damit er störungsfrei funktioniert. Welche Stoffe essentiell sind, kann von Tierart zu Tierart variieren. Als Beispiel soll hier „Taurin“ als Aminosäure genannt werden, die für Katzen essentiell ist, während Hunde oder der Mensch diesen Stoff selbst im Stoffwechsel herstellen können. 

 

Proteine

Aminosäuren gehören zu den wichtigsten Stoffen im Organismus. Sie sind die Einzelbausteine, aus denen die Eiweiße (Proteine) und andere Verbindungen mit Proteinanteil in einem bestimmten Verhältnis zusammengesetzt sind. Proteine sind in vielen Körpergeweben als Struktursubstanz enthalten, aber auch Bestandteil von Hormonen und Enzymen. Darüber hinaus kann der Körper Eiweiße aber auch zur Energiegewinnung einsetzen.

Muskeln müssen sich bewegen können. Für die Bewegung sind hauptsächlich Proteinstrukturen im Inneren der Muskeln verantwortlich. Fleisch, das zum allergrößten Teil aus Muskulatur besteht, enthält daher viele Proteine. Eine natürliche und gesunde Ernährung von Hund und Katze sollte daher immer einen ausreichenden Proteinanteil enthalten, damit aus den darin enthaltenen Aminosäuren im Organismus die notwendigen Stoffe hergestellt werden können. Bei der Katze, die stark auf die Ernährung mit Fleisch spezialisiert ist, kann es noch schneller als beim Hund zu schwerwiegenden Mangelerscheinungen und Krankheiten kommen, wenn bestimmte Aminosäuren in zu geringer Menge aufgenommen werden.

Neben der wesentlichen Rolle der Proteine als Aminosäure-Lieferant können sie darüber hinaus auch vom Organismus zur Energiegewinnung genutzt werden. Dem Körper ist es dabei grundsätzlich egal, woher er die von ihm benötigte Energie bekommt – ob aus Kohlenhydraten, Fetten oder aus Proteinen. Fette und Proteine als Rohstoff sind meist teurer als z. B. Kohlenhydrate. Daher verwenden viele Futtermittelhersteller einen sehr hohen Anteil Kohlenhydrate, um Energie ins Futter zu bekommen – und können so ihre Futter häufig billiger anbieten, als die Mitbewerber (Discountfutter). Wir von pets Premium achten darauf, dass bei den von uns angebotenen Futtermitteln nicht zu viel Energie aus Kohlenhydraten stammt, sondern dass Proteine als Energieträger verwendet werden.

 

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind Zucker; die Moleküle können in verschiedenen Größen vorkommen. Manche Kohlenhydrate sind so miteinander verknüpft, dass sie der Körper gar nicht verdauen kann. Diese Kohlenhydrate werden als "Ballaststoffe" bezeichnet (Anm.: in der Analyse sind sie unter "Rohfaser" zu finden) und gehören nicht zu den Energieträgern. Die anderen Kohlenhydrate dagegen kann der Organismus meist sehr gut aufschlüsseln und verdauen - oft besser als Proteine oder Fette. Sie liefern damit leicht verfügbare Energie. Die natürliche Ernährung des Hundes sollte daher auch immer einen ausreichenden Anteil an Kohlenhydraten aufweisen. Jedoch muss man darauf achten, dass der Hersteller nicht versucht zu Lasten von ausreichend hochwertigen Proteinen billigere Kohlenhydrate als Energiequelle im Futter zu verarbeiten. Rohstoffe mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten sind z. B. Mais, Weizen oder sonstiges Getreide. Im Gegensatz zu Proteinen oder Fetten sind Kohlenhydrate als Bausteine für den Körper nicht zwingend notwendig, vielmehr ist es hauptsächlich die leicht verfügbare Energie, die die Hauptfunktion dieses Nährstoffes ausmacht.

 

Fette

Genau wie viele Proteine gehören auch einige Fette zu den essentiellen Bestandteilen des Organismus, d. h. manche Fette bzw. Fettsäuren (Anm.: die einzelnen Bausteine der Fette) müssen zwingend zugeführt werden, um den Körper gesund zu halten. Fettsäuren sind Bestandteil von Zellmembranen und wichtig für Stoffwechselvorgänge und andere Körperfunktionen. Fette enthalten zudem doppelt so viel Energie wie Proteine oder Kohlenhydrate und lassen sich ausgezeichnet im Organismus speichern, um die Energieversorgung längerfristig sicherzustellen. 

 

Nährstoffe ohne Energie

Neben den energieliefernden Nährstoffen gibt es auch solche, aus denen der Organismus keine Energie gewinnen kann. Dennoch sind diese aber wichtig, um z. B. physiologische Funktionen am Laufen zu halten.

 

Wasser

Über die Hälfte des Organismus von Säugetieren besteht aus Wasser. Wasser gehört damit zu den wichtigsten Nährstoffen überhaupt. In allen Körpergeweben ist Wasser enthalten, im Blut sogar fast ausschließlich; auch die Muskulatur enthält große Anteile. Ohne kontinuierliche Wasserzufuhr kann der Organismus nicht überleben, allerdings hat Wasser auch einen großen Nachteil: es enthält keine Energie. So ist zu erklären, dass Feuchtfutter mit einem natürlicherweise hohen Wasseranteil viel weniger Energie enthält, als ein Trockenfutter desselben Gewichts. Die Fütterung mit Feuchtfutter wird daher immer teurer sein, weil mehr Futter gebraucht wird, um das Tier ausreichend mit Energie zu versorgen. Dafür sind die Rohstoffe im Feuchtfutter weitgehend in ihrer natürlichen Konsistenz enthalten. Generell ist darüber jedoch keine Aussage zu treffen, welche Futterart besser ist. Das ist fast immer eine individuelle Entscheidung.  

 

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind kleine, nicht-organische Teilchen, die jeder Organismus zwingend braucht, um seine Körperfunktionen aufrecht zu halten. In der Futtermittelanalyse sind sie unter Rohasche aufgeführt. Unter den Mineralstoffen sind zwei Vertreter besonders zu erwähnen: Kalzium und Phosphor. Noch mehr als bei den übrigen Mineralstoffen kommt es bei diesen beiden auf den Gehalt im Futter und das richtige Verhältnis untereinander an. Besonders bei jungen Tieren im Wachstum dürfen bestimmte Grenzen nicht überschritten werden - und zwar in beide Richtungen. Im Wachstum ist das Körperskelett einem ständigen Wandel unterworfen: Knochen werden an einigen Stellen abgebaut, nur damit an anderen neues Knochmaterial aufgebaut wird. Jede Über- oder Unterversorgung an Kalzium, dem Hauptbestandteil des Knochens, greift in diese Umbauvorgänge ein und kann zu schweren Skelettdeformationen führen. Daher ist es äußerst wichtig, ein Futter zu füttern, das der Altersgruppe des Tiers entspricht. Leider kann man sich hierbei nicht immer auf die Angaben des Herstellers verlassen: wir von pets Premium haben schon Futtermittel analysiert, die zwar für Welpen ausgewiesen waren, die die wissenschaftlich ermittelten Höchstwerte aber weit überschritten. Daher steht neben jedem Futtermittel im Kästchen "pets Premium Futtermittelinformation" eine Angabe zur empfohlenen Altersgruppe, die wir selber ermittelt haben.

 

Vitamine

Vitamine sind Stoffe, die für elementare Körpervorgänge essentiell sind und vom Organismus nicht selber hergestellt werden können. Da der Name aus der humanmedizinischen Forschung entstanden ist, gibt es Vitamine, die für Hund und Katze keine essentiellen Nährstoffe darstellen, z. B. Vitamin C. Hunde und Katzen können diesen Stoff selber herstellen und brauchen keine Zufuhr von außen. Vitamine können in zwei große Gruppen eingeteilt werden, in die fettlöslichen und die wasserlöslichen Vitamine. Während die wasserlöslichen Vitamine kaum überdosiert werden können, kann man bei entsprechend hoher Dosis eine zu große Menge fettlöslicher Vitamine aufnehmen. Das spielt z. B. dann eine Rolle, wenn für die Leistungsgruppe ungeeignetes Futter gefüttert und daher viel mehr Futter als vom Hersteller vorgesehen vom Tier aufgenommen wird. Aufgrund des Herstellungsprozesses verlieren im Laufe der Lagerung die Trockenfutter meistens eher die fettlöslichen Vitamine, während bei Feuchtfuttern eher der Gehalt an wasserlöslichen Vitaminen sinkt.


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