Futtermittelmythen

Angeblich Richtiges und vermutlich Wahres

Wenn man sich über die richtige Ernährung von Haustieren informiert dann trifft man auch immer wieder auf Aussagen, die sich glaubwürdig anhören und häufig von einer Vielzahl an Internetseiten übernommen werden. Meistens gibt es ebenso viele Seiten, die genau das Gegenteil behaupten. An dieser Stelle wollen wir Ihnen die wichtigsten Ernährungsmythen aufzählen und versuchen zu erklären, was sich dahinter verbirgt.

 

Mythos 1: Der Hund ist ein reiner Fleischfresser.

Der Verdauungsapparat und der Stoffwechsel unserer Haushunde ist der eines Allesfressers. Hunde können pflanzliche Nahrung (z. B. Stärke, Kohlenhydrate) zum Teil sehr gut verwerten. Ihr Stoffwechsel ist auf die Nutzung eines gemischten Nährstoffangebots ausgelegt. Im Gegensatz zur Katze, deren Organismus fast vollständig auf die Verwertung von Fleisch ausgerichtet ist, kann sich der Stoffwechsel der Hunde nicht so gut an eine erhöhte Proteinzufuhr anpassen. Dafür ist der Hund, wie fast jeder Allesfresser, außergewöhnlich anpassungsfähig wenn es darum geht sich an ein wechselndes Nahrungsangebot mit unterschiedlicher Zusammensetzung von pflanzlichen und tierischen Nährstoffe zu adaptieren.

 

Mythos 2: Zu viel stärkehaltige Nahrung verursacht Krebs.

Diese Behauptung kann man immer wieder - zum Teil auch auf (selbsternannten) Fach-Webseiten - lesen. Richtig ist, dass sich Krebsgeschwulste (Tumore) in der Regel hauptsächlich von Kohlenhydraten ernähren. Und zwar ganz einfach deswegen, weil Kohlenhydrate ganz hervorragende Energielieferanten sind: schnell und einfach verfügbar. Davon profitieren leider nicht nur der normale Stoffwechsel, sondern auch bösartige Krebszellen, die aufgrund des schnellen Wachstums der meisten Tumore auf eine gute Energieversorgung angewiesen sind. So leuchtet es ein, dass bestimmte Krebsarten in ihrem Wachstum gebremst werden können (so zumindest die Theorie), wenn ein Futtermittel gefüttert wird, das wenig Stärke oder Kohlenhydrate enthält. Der Umkehrschluss ist jedoch falsch: Sind im Organismus keine Krebszellen vorhanden, führen Kohlenhydrate nicht dazu, dass sich Krebs entwickelt. Vielmehr ist es immer eine Mutation (Entartung) des genetischen Materials (der Chromosomen,) derer Krebs zu Grunde liegt.

 

Mythos 3: Zu viel stärkehaltige Nahrung verursacht Diabetes (Zuckerkrankheit).

Bei Diabetes werden hauptsächlich zwei Typen unterschieden: der altersunabhängige Typ I, der eine Krankheit der Bauchspeicheldrüse ist und der alters- und gewichtsabhängige Typ II, der seine Ursache in einer erhöhten Anzahl an Zellen im Körper hat (Ursache: Übergewicht). Beim Typ II Diabetes reicht das in der Bauspeicheldrüse produzierte Insulin nicht mehr aus, um alle Zellen des Körpers zu versorgen (relativer Insulinmangel). Das kann immer dann der Fall sein, wenn das Tier stark übergewichtig ist. Anders als beim Typ I Diabetes, bei der eine Insulin-Minderproduktion ursächlich ist (absoluter Insulinmangel), arbeitet beim Typ II die Bauchspeicheldrüse (zumindest anfänglich) ganz normal.

Insulin ist dafür verantwortlich, dass Zucker in die Zellen aufgenommen werden kann, damit diese die Energie nutzen können. Kommt es zu einem (relativen) Insulinmangel können die im Blut vorhandene Zucker nicht mehr ausreichend in die Zellen transportiert werden und verbleiben im Blut. Dieser erhöhte Blutzuckergehalt führt zu den klinischen Auswirkungen des Diabetes.

Es ist allerdings wichtig zu verstehen, dass beim Diabetes Typ II nicht eine erhöhte Zuckeraufnahme für den hohen Blutzuckerwert verantwortlich ist, sondern das Übergewicht des Tiers. Die Ernährung muss bei diesem Typ daher nicht auf besonders kohlenhydratarmes Futter umgestellt werden - vielmehr ist es wichtig, die Kalorienaufnahme zu reduzieren. Der Rat mancher Internetseiten, beim Diabetes Typ II eher fettreiches Futter zu füttern, ist daher mit Vorsicht zu betrachten, da Fett die höchste Kaloriendichte der Nährstoffklassen aufweist.

Oft ist es so, dass bei einer Reduzierung des Körpergewichts auch das Krankheitsbild des Diabetes Typ II verschwindet oder zumindest abgemildert werden kann. Sollten Sie bei Ihrem Tier den Verdacht auf einen Diabetes hegen, so sollten Sie einen Besuch bei Ihrem Tierarzt in Erwägung ziehen.


5€ Gutschein bei Neuanmeldung!

Jetzt zum Newsletter anmelden und 5€ GUTSCHEIN sichern!

X

pets Premium nutzt Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service bieten zu können. Wenn Sie unsere Webseite nutzen, stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu.

OK
schließen
Lade...