Inhaltsstoffe

Was "drin" ist

Jedes Futtermittel besteht aus Nährstoffen und Zusatzstoffen und je nach Hersteller und Futterart variieren deren Anteile. Manche Stoffklassen müssen einzeln deklariert werden, andere dagegen darf der Hersteller unter Sammelbegriffen aufführen. Aber selbst eine umfangreiche Deklaration ermöglicht nur schwer die fundierte, inhaltliche Beurteilung eines Futtermittels. Zu groß sind die Unterschiede, wenn es darum geht aus welchen Einzelnährstoffen sich die Energie eines Futter zusammensetzt oder welche biologische Wertigkeit das in einem Futter enthaltene Protein besitzt. Wir von pets Premium versuchen Ihnen möglichst viele Hintergrundinformationen zu liefern, damit Sie sich ein eigenes Bild über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten unseres umfangreichen Futtermittel-Sortiments machen können. Hier erklären wir Ihnen erst einmal, was sich hinter den wichtigsten Begriffen verbirgt.

 

Futtermittelanalyse

Jeder Futtermittelhersteller muss auf der Verpackung eine Analyse seines Futters angeben. Diese sogenannte Standardanalyse weist aus, wieviel Gewichtsanteile bestimmter Nährstoffklassen in einem Futter enthalten sind. Die einzelnen Positionen der Standardanalyse sind folgende:

 
Rohprotein Chemische Verbindungen, die Stickstoff enthalten – hauptsächlich Eiweiße
Rohfett Chemische Verbindungen, die sich mit fettlösenden Mitteln aus einem Futter herauslösen lassen - Fette
Rohfaser Chemische Verbindungen, die sich unter Verwendung von Säuren und Laugen nicht aufschlüsseln, also verdauen lassen - Fraktion der Ballaststoffe, die hauptsächlich aus langkettigen Kohlenhydraten (hauptsächlich Zellulose) besteht
Rohasche Anorganische Teilchen, die nach Verbrennen eines Futtermittels als Asche übrig bleiben - Mineralsstoffe bestehend aus Spuren- und Mengenelementen
Feuchte (Rohwasser) Wasseranteil eines Futtermittels - liegt bei Feuchtfuttern ungefähr bei 75%, bei Trockenfuttern ungefähr bei 10%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es fällt auf, dass der aus der Humanmedizin vertraute Wert "Kohlenhydrate" häufig nicht angegeben ist. Das hat damit zu tun, dass die verwertbaren Kohlenhydrate eines Futters nicht direkt bestimmt, sondern aus den Werten für die übrigen Stoffklassen errechnet werden. Dieser Rechenwert wird als NfE bezeichnet: Stickstoff-freie Extraktionsstoffe (Anm.: chemisches Zeichen für Stickstoff ist N). Der Überbegriff "Kohlenhydrate" wird hier nicht verwendet, da auch Rohfasern chemisch gesehen Kohlenhydrate sind. Es gilt also: Kohlenhydrate = Rohfaser (nicht-verdaulich) + NfE (verdaulich).

So wichtig die Standardanalyse eines Futters auch ist, sie sagt nichts über die Qualität der verwendeten Inhaltsstoffe aus und unterscheidet z. B. nicht zwischen tierischen und pflanzlichen Proteinen. Sie kann daher immer nur ein Baustein in der Gesamtbewertung eines Futters sein. Viel wichtiger ist es meistens, sich die Inhaltsstoffe im Detail anzusehen.

 

Nährstoffe

Unter „Nährstoffen“ sind alle Inhaltsstoffe eines Futtermittels, die in irgendeiner Form für den Organismus wichtig sind, zu verstehen. Der Körper braucht diese, um Stoffwechselprozesse aufrecht zu halten, Körperbausteine herzustellen oder um die darin enthaltene Energie zu verbrennen.

Futtermittel unterscheiden sich zum Teil sehr stark darin, welche Inhaltsstoffe die Hauptenergie des Futters liefern. So sind bestimmte Rohmaterialien günstiger als andere, z. B. viele Getreidesorten. Hersteller, die einen großen Teil der Energie ihres Futters aus beispielsweise Weizen bereitstellen, können ihre Futter daher zum Teil günstiger anbieten als solche, die teures Muskelfleisch als Energiequelle nutzen. Es lohnt sich daher, die auf der jeweiligen Verpackung ausgewiesenen Inhaltsstoffe ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Neben dem reinen Energiegehalt gilt es die wichtigen essentiellen Nährstoffe zu unterscheiden. Stoffe also, die der Körper braucht und notwendigerweise im Futter enthalten sein müssen, da der Organismus diese nicht oder nicht in ausreichender Menge herstellen kann. Zu den energiehaltigen Nährstoffen zählen zahlreiche Fettsäuren (die Grundbausteine der Fette) und Aminosäuren (die Grundbausteine der Proteine). Es ist wichtig zu verstehen dass nicht allgemein Fette und Proteine für den Organismus essentiell sind, sondern einige ihrer Einzelbausteine!

Schon Anfang des letzten Jahrhunderts haben Wissenschaftler erkannt, dass es proteinhaltige Lebensmittel gibt, die für den Organismus besser nutzbar sind als andere. Um diese Unterschiede im Nutzen besser vergleichen zu können wurde in der Ernährungslehre die Kenngröße „biologische Wertigkeit“ eingeführt. Dabei gilt:

Je ähnlicher die Aminosäure-Zusammensetzung eines Nahrungs-Proteins der Aminosäure-Zusammensetzung der körpereigenen Proteine ist, desto größer ist die biologische Wertigkeit des Nahrungs-Proteins. Als Referenzgröße wurde hierbei willkürlich der Aminosäure-Aufbau von „Vollei“ mit der biologischen Wertigkeit „1“ festgelegt. Alle proteinhaltigen Lebensmittel können mit der Zusammensetzung von Vollei verglichen werden: ist das Aminosäure-Verhältnis dem des Organismus ähnlicher als Vollei, dann ergibt sich ein Wert größer 1 (z. B. eine Kombination aus Rindfleisch und Kartoffeln); ist es unähnlicher, dann ergibt sich ein Wert kleiner 1 (z. B. Milch).

In der Praxis bedeutet dies, dass zwei gleichgroße Gewichtsanteile an Protein in einem Futtermittel eine unterschiedliche Aminosäure-Zusammensetzung haben können. Damit weisen sie eine unterschiedliche biologische Wertigkeit und letztlich dieselbe Menge Protein eine unterschiedliche Qualität aus (bezogen auf den Nutzen für den Organismus) – je nachdem welche Ausgangsmaterialien im Futtermittel verarbeitet wurden. Das kann so weit gehen, dass ein Futtermittel zwar mehr Proteine enthält als ein anderes Futter, der Gehalt an essentiellen Aminosäuren jedoch geringer ist.

Selbst wenn Sie zu den sehr engagierten Tierbesitzern gehören wird es Ihnen nur schwer möglich sein, anhand der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeklaration verschiedene Futtermittel inhaltlich fundiert zu vergleichen. Auf welche Nährstoffe Sie besonders achten sollten, welche unterschiedlichen Bedürfnisse die einzelnen Tiere haben und welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Komponenten eines Futters bieten, können Sie unter "Ernährung" nachlesen. Dort finden Sie möglicherweise einige spannende Informationen, die Ihnen bisher vielleicht noch nicht geläufig waren.

 

Zusatzstoffe

Als Zusatzstoffe werden alle Inhaltsstoffe eines Futters bezeichnet, die der Organismus nicht notwendigerweise braucht. Zusatzstoffe erfüllen andere, teilweise wichtige Funktionen. Entweder auf Seiten des Futters, z. B. indem sie die Produktion unterstützen oder die Haltbarkeit des Futters erhöhen, oder indem der Geschmack, der Geruch oder die Verdauung des Tieres verbessert werden. Welche Zusatzstoffe ein Hersteller verwenden darf und wie er diese kennzeichnen muss, ist in einer EU-Verordnung genau festgelegt. Einige wichtige Zusatzstoffgruppen stellen wir Ihnen hier vor:

 

Antioxidantien

Sauerstoff kommt in der natürlichen Umgebungsluft vor. Viele in einem Futtermittel enthaltenen Stoffe können vom Sauerstoff angegriffen werden, wobei diese dann entweder in ihren Eigenschaften verschlechtert oder sogar ganz zerstört werden können. Wichtige Inhaltstoffe, die empfindlich auf Sauerstoff reagieren, sind z. B. ungesättigte Fettsäuren oder bestimmte Vitamine.

Um die Verschlechterung eines Futtermittels zu verhindern oder zumindest abzuschwächen werden dem Futter Stoffe beigegeben, die noch empfindlicher auf Sauerstoff reagieren und an Stelle der zu schützenden Stoffe mit dem Sauerstoff reagieren sollen. Solche Stoffe nennt man „Antioxidantien“. Sie sollen den Sauerstoff binden, der Kontakt mit dem Futtermittel bekommt. Natürlich vorkommende Antioxidantien sind z. B. Vitamin E oder Vitamin C. Aus dem Alltag kennen wahrscheinlich viele das Beispiel der Hautcreme, auf deren Verpackung steht „enthält Vitamin E“. Das Vitamin ist hierbei kein für die Haut wichtiger Inhaltsstoff, sondern lediglich dafür in der Creme enthalten, um andere empfindliche Bestandteile vor Oxidation, d. h. vor der Reaktion mit Sauerstoff, zu schützen.

 

Geschmacksverstärker / Aromastoffe

Geschmacksverstärker und Aromastoffe sollen die Akzeptanz eines Futters erhöhen, das heißt, den Appetit des Tiers auf das Futter steigern. Dabei werden auch Stoffe eingesetzt, die man auch aus dem Lebensmittelbereich kennt, z. B. Natriumglutamat. Da im Laufe der verschiedenen Produktionsprozesse der futtermitteleigene Geschmack abgeschwächt werden kann (z. B. durch Kochen oder Trocknen), sollen die Geschmacksverstärker und Aromastoffe diese Defizite ausgleichen. Andererseits können sie auch dazu verwendet werden, ein Futtermittel mit minderwertigen Inhaltsstoffen geschmacklich aufzuwerten, so dass unseren Haustieren z. B. ein höherer Gehalt an Fleisch vorgegaukelt wird als tatsächlich im Futter vorhanden ist. Durch die Anreicherung des Futters mit diesen Zusatzstoffen können Hunde und Katzen – ebenso wie Menschen – auch dazu verleitet werden eine viel größere Futtermenge aufzunehmen, als zur reinen Deckung des Energiebedarfs notwendig wäre; was letztlich zu Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen führen kann.

 

Verdickungs- und Geliermittel

Diese Hilfsstoffe dienen u. a. dazu, das freie Wasser eines Futtermittels zu binden. Das erfüllt hauptsächlich zwei Funktionen. Zum einen ist der Anteil an freiem Wasser (aktives, verfügbares Wasser) ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der möglichen mikrobiellen Verderblichkeit eines Futters. Je mehr freies Wasser vorhanden ist, desto besser können sich eventuell vorhandene Keime in einem Futtermittel vermehren. Dies kann dazu führen, dass das Futter verdirbt. Alles was den Anteil an freiem Wasser reduziert, wirkt daher konservierend (d. h. einer Verderbnis entgegenwirkend). Die andere Funktion eines Verdickungsmittels ist die Strukturerhaltung der Fleischanteile eines Futters. Zur Haltbarmachung werden die Dosen eines Nassfutters gekocht, um die darin enthaltenen Bakterien oder andere Verderbnis-Erreger abzutöten. Dabei kann es passieren, dass das enthaltene Fleisch seine Form verliert und „zerfällt“. Verdickungsmittel wirken dem entgegen, indem sie die Konsistenz des Fleischs stabilisieren.

 

Viele Zusatzstoffe sind sinnvoll und können die Qualität eines Futtermittels unterstützen. Andere werden vom Hersteller nicht extra in das Futter gearbeitet, sondern fallen schon vorher in der Produktion der Rohstoffe an und finden sich aus diesem Grund im Futtermittel wieder. Diese können, genau wie z. B. einige Geschmacksverstärker, Auslöser oder Verstärker von Allergien oder Futtermittelunverträglichkeiten sein. Daher ist es nicht vollkommen egal, welche Rohstoffe und Zusatzstoffe ein Hersteller verarbeitet.

Weitere Informationen zu Allergien erhalten Sie in unserer Rubrik "Ernährung".


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