Welche Parasiten kann mein Tier bekommen?

Braucht mein Tier ein Flohhalsband? Hilft Knoblauch gegen Zecken?

Jedes Haustier bringt im Laufe seines Lebens Parasiten mit nach Hause. Das ist ganz normal und hat nichts mit der Hygiene im Haushalt zu tun. Dennoch tun sich viele Besitzer gerade damit schwer. Die Diagnose 'Flohbefall' wird häufig nur ungern akzeptiert, da sie in vielen Köpfen einen Beigeschmack der 'Unsauberkeit' hinterlässt. Das ist jedoch absolut nicht der Fall! Man sollte sich aufgrund solcher (falscher) Überlegungen nicht einer adäquaten Therapie in den Weg stellen. Denn manche Parasiten sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährlich werden: für das Tier selbst, aber auch für den Besitzer, da sie z. B. Krankheiten übertragen und dadurch Organe schädigen können. Dank moderner Präparate kann man heutzutage gegen Parasiten vorbeugen oder - falls es bereits zum Befall gekommen ist - diese gezielt behandeln. Ihr Tierarzt wird Sie gerne beraten und ihrem Tier geeignete Arzneimittel verschreiben.

 

Was gibt es alles für Parasiten?

Man teilt Parasiten ein, indem man ihren Lebensraum benennt bzw. ob sie sich außen am Tier aufhalten (Ektoparasiten) oder im Inneren des Tieres leben (Endoparasiten).

Ektoparasiten

Flöhe

Flöhe sind springende, blutsaugende Insekten, die auf dem befallenen Tier nicht permanent leben, sondern beispielsweise den Hund nur zum Blutsaugen aufsuchen, ansonsten aber in der Umgebung des Tiers leben (z. B. im Hundekörbchen). Dort legen sie dann auch ihre Eier ab (in Bodenritzen u. ä.). Das macht ihre Bekämpfung manchmal mühsam: Hat man die Flöhe auf dem Tier durch ein geeignetes Präparat eliminiert, schlüpfen vielleicht schon neue Flöhe aus den abgelegten Eiern und der Befall beginnt von vorne. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, alle Tiere im Haushalt zu behandeln, die Decken zu waschen auf denen Ihr Tier immer liegt, den Staubsaugerbeutel nach dem Saugen zu entfernen und die Umgebung mit einem speziellen Spray oder Vernebler mitzubehandeln.

Die Umgebung des Haustiers verdient also bei einem Flohbefall große Aufmerksamkeit. Finden die Flöhe 'ihr' Tier nicht mehr, dann sehen sie sich auch nach anderen Mahlzeiten um. Hunde- und Katzenflöhe befallen den Menschen zwar nicht gerne, allerdings kann das trotzdem vorkommen - sie beißen dann auch den Menschen. Glücklicherweise bleiben sie nicht auf dem Menschen sitzen, sondern verstecken sich dann wieder in der Umgebung.

Für die befallenen Tiere sind Flöhe sehr unangenehm, da die Stiche ungemein jucken. Die Tiere sind häufig unruhig, kratzen und beißen sich übermäßig. Empfindliche Tiere können sogar eine Flohspeichel-Allergien entwickeln. Durch das Blutsaugen kann es zudem bei jungen oder kranken Tieren zu einer Blutarmut (Anämie) kommen, die mitunter sehr deutlich ausfallen kann (v. a. bei Katzen). Zudem übertragen Flöhe auch Bandwürmer, die zu den Endoparasiten gehören.

 

Zecken

Zecken sind blutsaugende Spinnentiere (sie haben im Gegensatz zu den sechsbeinigen Insekten acht Beine). Früher hat man häufig geglaubt, dass sich Zecken von Bäumen fallen lassen. Das stellte sich aber als falsch heraus. Vielmehr leben Zecken auf Gräsern, Büschen oder im Unterholz. Wenn ein Tier an einer Zecke vorbeikommt, lässt sich diese abstreifen und wandert dann zu einem Areal mit dünner Haut. Dort fängt die Zecke an zu saugen und kann dabei mit ihrem Speichel Krankheitserreger verbreiten. Hunde können sich z. B. mit Babesien, Ehrlichien oder Borrelien anstecken. Wichtig ist, dass der Tierhalter die Zecke so schnell wie möglich findet und entfernt, damit sie erst gar nicht dazu kommt ihren Speichel zu einzubringen.

Um eine Zecke herauszuziehen gibt es spezielle Zeckenzangen zu kaufen, mit einer Pinzette geht es aber mit ein bisschen Übung genauso. Auf gar keinen Fall sollte eine Zecke mit Kleber, Alkohol, Nagellack, Öl oder Ähnlichem beträufelt werden, um sie abzutöten. Es ist mittlerweile bekannt, dass Zecken dabei große Speichelmengen freisetzen und es so erst recht zu einer Erregerübertragung kommt.

Zur Vorbeugung gibt es beim Tierarzt verschiedene Präparate, z. B. Spot-On-Präparate oder Zeckenhalsbänder. Dabei ist zu beachten, dass die meisten Präparate den Zeckenbefall nicht verhindern, sondern erst wirken können, wenn die Zecke sticht. Manche Krankheiten werden aber bereits dann übertragen. Ein Absammeln der Zecken ist somit die sicherste Variante, um die Krankheitsverbreitung durch Zecken zu verhindern. Sollten Sie kleine Kinder in der Familie haben, sind Flohhalsbänder nicht zu empfehlen, weil diese den Arzneimittelwirkstoff auf der Oberfläche tragen. Gerade kleinen Kindern kann man nicht erklären, dass sie das Halsband nicht anfassen dürfen. Beim Gebrauch von Spot-On-Präparaten sollten Sie ihr Tier generell so lange nicht streicheln, wie der Hersteller angibt. Erst nach dieser Zeit ist der Wirkstoff von der Haut aufgenommen und nicht mehr für den Menschen belastend.

 

Läuse

Läuse sind blutsaugende Insekten, die den gesamten Entwicklungszyklus im Tierfell durchleben (Nissen, Larven, Erwachsene). Sie sind daher unkomplizierter zu bekämpfen als z. B. der Floh. Hunde- und Katzenläuse wechseln nicht auf den Menschen oder umgekehrt. Allerdings kann auch ein massiver Läusebefall zu Blutarmut führen. Auf den Speichel der Läuse reagieren die meisten Tiere empfindlich. Starker Juckreiz ist die Folge! Sicher identifizieren kann der Tierarzt die Läuse unter dem Mikroskop. Zur Behandlung verschreibt er geeignete Präparate.

 

Haarline

Haarlinge sind Insekten, die im Fell eines Tieres leben und sich dort von Hautschuppen, Wundsekreten und Haaren ernähren. Bei einem Befall kann man die Haarlinge mit bloßem Auge sehen, allerdings bewegen sie sich im Fell sehr schnell fort und sind schwer zu fangen. Für befallene Tiere sind Haarlinge unangenehm, weil sie Juckreiz hervorrufen. Sicher identifizieren kann sie der Tierarzt unter dem Mikroskop. Zur Behandlung verschreibt er geeignete Präparate.

 

Milben

Milben gehören wie die Zecken zu den Spinnentieren. Bei unseren Haustieren kommen vor allem Räudemilben und Haarbalgmilben vor.

Räudemilben graben Gänge in der obersten Hautschicht, der Epidermis, und ernähren sich dort von Gewebsflüssigkeit. Sie legen auch dort ihre Eier ab. Ein Befall mit Räudemilben ruft hochgradigen Juckreiz hervor, im chronischen Stadium ist die Haut verdickt, die Haare fallen aus und die Tiere kommen nicht mehr zur Ruhe, weil der Juckreiz so stark ist. Beim Hund ist die häufigste Räudemilbe Sarcoptes canis, bei der Katze Notoedres cati. Notoedres-cati-Milben leben vor allem in den Ohren und befallen erst später vom Kopf aus den gesamten Körper.

Haarbalgmilben (beim Hund Demodex) leben unbemerkt auf vielen Hunden. Bei gesundem Immunsystem machen sie keine Probleme. Er wenn der Körper in seiner Abwehr geschwächt ist, vermehren sich die Milben und beeinträchtigen das Tier. Dies ist häufig bei älteren Hunden der Grund für eine klinische Demodex-Infektion, bei jungen Hunden ist der Mechanismus noch nicht geklärt. Da die Haarbalgmilben in den Haarfollikeln leben können sie sie eine Störung der Haarbildung, Haarausfall und Schuppenbildung verursachen. Wenn zum Demodex-Befall eine Infektion mit Bakterien hinzukommt, entsteht eine Entzündung der Haut, teilweise mit Pusteln und Juckreiz.

Milben schädigen die Haut des Tiers und begünstigen so Sekundärinfektionen. Das bedeutet, dass sie die Abwehrmöglichkeiten der Haut so stark beeinträchtigen, dass sich Bakterien oder auch Pilze zusätzlich auf der Haut festsetzen können, die dann ebenfalls zu Problemen führen können. Bei bakteriellen Hautinfektionen, besonders solchen, die immer wieder kommen, sollte man immer auch an Milben denken, an denen das Tier leiden könnte.

Um Milben nachzuweisen muss der Tierarzt ein Hautgeschabsel (spezielle Diagnosetechnik) durchführen.

 

Endoparasiten

Würmer

Hunde und Katzen können von verschiedenen Wurmarten befallen werden. Da unsere Haustiere die Wurmeier beim Schnüffeln, Schlecken oder Fressen draußen aufnehmen, ist ein Wurmbefall keine Seltenheit und gehört zu einem normalen Tierleben dazu. Ein gesundes Tier kann ohne Probleme mit einem leichten Wurmbefall bis zur nächsten Wurmkur leben. Ein stark verwurmtes Tier oder Tiere mit schwachen Abwehrkräften, z. B. Welpen, können an einem Wurmbefall aber auch zugrunde gehen. Manche Würmer können zudem auch auf Menschen übertragen werden, wobei besonders Kinder gefährdet sind, da diese häufig einen sehr engen körperlichen Kontakt zum Haustier suchen.

Hunde und Katzen sollten daher regelmäßig entwurmt werden. Welcher Abstand für Ihr Tier sinnvoll ist, kann Ihr Tierarzt entscheiden. Auch Wohnungskatzen sollten hin und wieder entwurmt werden, weil an den Straßenschuhen Wurmeier mit in die Wohnung gebracht werden können.
Wer sein Tier nicht auf Verdacht entwurmen will, kann auch ganz einfach eine Kotprobe bei seinem Tierarzt vorbeibringen. Unter dem Mikroskop kann dieser einen Wurmbefall sicher diagnostizieren. Je nach Befund kann er dann gezielt ein wirksames Medikament verschreiben.


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