Reisen mit dem Haustier - Auslandsprophylaxe

Die Badehose ist eingepackt - dann können wir starten, oder?

Wer mit seinem Tier auf Reisen gehen will – und sei es auch nur, um einen Wochenendtrip zu unternehmen – muss ein paar Vorbereitung treffen. Neben den ganzen alltäglichen Dingen wie Futter, Spielzeug usw. vergessen viele Haustierhalter, dass es auch rechtliche Dinge zu beachten gilt. Innerhalb der EU ist das Reisen mit Haustieren einheitlich geregelt, für den Rest der Welt gilt das leider nicht. Wichtig ist es daher zu wissen, welche Einreisebestimmungen das Urlaubsland vorschreibt und vor allem - falls Sie außerhalb der EU verreist waren - welche Regeln zu beachten sind, damit Ihr Tier wieder in die EU und somit nach Deutschland einreisen darf. Daneben gibt es einige Infektionskrankheiten - darunter hauptsächlich Parasiten - vor denen Sie Ihr Tier schützen sollten, wenn Sie mit Ihm verreisen möchten. Hier eine kurze Checkliste:

 

Vor Reiseantritt:

  • Schauen Sie frühzeitig nach, ob Ihr Tier eine gültige Tollwutschutzimpfung hat oder ob gegebenenfalls eine aktuelle Impfung notwendig ist (weitere Informationen dazu auf unserer Seite 'Impfungen')

  • Informieren Sie sich über die detaillierten Einreisebestimmungen des Urlaubslandes. Auskünfte dazu bekommen Sie bei Ihrem zuständigen Veterinäramt, beim Konsulat oder bei der zuständigen Botschaft.

  • Informieren Sie sich, was Sie benötigen, damit Ihr Tier aus dem Urlaubsland wieder nach Deutschland einreisen darf.

  • Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt zum Thema Infektionskrankheiten im Urlaubsland beraten und sorgen Sie gezielt vor.

 

Gerade der letzte Punkt wird von Tierhaltern häufig vernachlässigt, da er rechtlich nicht vorgeschrieben ist: Sie kümmern sich jeden Tag intensiv um Ihr Tier, verwöhnen es mit gutem Futter und besuchen mit ihm regelmäßig den Tierarzt. Und dann fahren Sie mit ihm z. B. nach Italien ans Meer, weil Sie auch dort gerne Ihren Hund dabei haben. Gerade aber im Mittelmeerraum gibt es Infektionskrankheiten, die Ihrem Hund schwer zusetzen können, die teilweise chronisch werden und im schlimmsten Fall auch tödlich enden können.

Sie können sich das vorstellen wie eine Fernreise für Menschen: Wer in bestimmte Länder nach Afrika fliegt geht wie selbstverständlich vorher zum Arzt und lässt sich gegen die dort vorherrschenden Krankheiten impfen. Genau so sollten Sie das mit Ihrem Hund auch machen. Nur ist es leider so, dass es nicht unbedingt Afrika sein muss, um Ihren Hund diesen Gefahren auszusetzen. Je weiter es richtig Süden geht, desto höher wird das Risiko. Der Grund dafür sind fliegende Insekten oder bestimmte Zeckenarten, die mit ihrem Stich oder Biss Erreger übertragen können. Die wichtigsten Krankheiten, die übertragen werden können, sind Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose und Dirofilariose.

Je besser sich die Überträger-Tiere vermehren können (z. B. wegen eines milderen Klimas), desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund von einer Stechmücke oder einer Zecke befallen wird, die eine dieser Krankheiten überträgt. Das erhöhte Risiko fängt dabei nicht erst im südlichsten Spanien an - mittlerweile kann sich Ihr Hund auch schon in Deutschland mit z. B. Babesiose infizieren. Sie sollten daher selbst bei kurzen Reisen ins wenig weit entfernte Ausland (beispielsweise an den Gardasee) vorher mit Ihrem Tierarzt Rücksprache halten. Es gibt heutzutage einige Prophylaxemaßnahmen, die entweder das Überträger-Tier von einem Stich abhalten sollen oder die in den Organismus eingedrungenen Parasiten direkt beim Eintrag bekämpfen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Tierarzt - Ihr Hund wird es Ihnen danken.

 

Bei Rückkehr:

Für die Wiedereinreise aus Urlaubsländern in die EU gilt die EU-Verordnung Nr. 998/2003. Sie unterteilt alle Länder in vier Kategorien:

  1. EU-Länder

  2. gelistete Drittländer nach Teil B

  3. gelistete Drittländer nach Teil C

  4. ungelistete Drittländer.

 

EU

Bei Reisen innerhalb der EU braucht Ihr Tier:

  • einen gültigen EU-Heimtierpass (blau)

  • einen Mikro-Chip

  • eine gültige Tollwutschutzimpfung. Gültig ist ein Tollwutschutzimpfung dann, wenn ein Welpe bei Erstimpfung mindestens 3 Monate alt ist und die Impfung mindestens 21 Tage zurückliegt. Die Wiederholungsimpfung muss entsprechend den Empfehlungen des Impfstoffherstellers erfolgt sein (je nach Hersteller im Abstand von ein bis drei Jahren).

  • Für die Einreise nach Irland, Malta, Schweden oder in das Vereinigte Königreich sind derzeit noch (bis 31.12.11) eine Tollwut-Antikörperbestimmung und Parasitenprophylaxe vorgeschrieben.

 

Teil-B-Gelistete Drittländer

Gelistete Drittländer nach Teil B sind derzeit Andorra, Island, Liechtenstein, Kroatien, Monaco, Norwegen, San Marino, Schweiz und Vatikanstadt. Für die Einreise in diese Länder gibt es länderspezifische Regelungen. Da diese Länder den gleichen Tollwutstatus besitzen wie die EU, gelten für die Wiedereinreise in die EU die gleichen Anforderungen, die bei Reisen innerhalb der EU gelten.

 

Teil-C-gelistete Drittländer

Die Länder in der Teil-C-Liste ändern sich von Zeit zu Zeit, weil sich der Tollwutstatus von Ländern ändern kann. Bei Einreise in diese Länder gilt es die entsprechenden Bestimmungen zu beachten. Auskünfte geben die Konsulate und Botschaften.

Bei der Wiedereinreise in die EU benötigt Ihr Tier eine Veterinärbescheinigung gemäß der Entscheidung 2004 / 824 / EG (zu finden unter www.verbraucherministerium.de), ansonsten gelten die in den EU-Bestimmungen festgelegten Regeln. Die Veterinärbescheinigung wird vor der Reise vom Veterinäramt ausgestellt.

 

Ungelistete Drittländer

Alle Länder, die nicht unter die bisher genannten fallen, sind sogenannte "nicht gelistete Drittländer". Wichtig zu wissen ist, dass Ihr Tier zur Wiedereinreise in die EU zusätzlich zu Chip, EU-Heimtierausweis und Tollwutimpfung eine Tollwutantikörperbestimmung braucht. Dafür nimmt der Tierarzt Blut ab und schickt es in ein zugelassenes Labor zur Untersuchung ein. Der Test darf erst 30 Tage nach erfolgter Impfung gemacht werden, sonst ist er ungültig. Bitte gehen Sie daher frühzeitig zur Blutabnahme, die Antikörperbestimmung dauert nämlich ein paar Wochen! Nähere Informationen kann Ihnen ihr Tierarzt geben. Dieser trägt das Ergebnis der Antikörperbestimmung in den EU-Heimtierpass ein und der Wiedereinreise steht dann hoffentlich nichts mehr im Wege.
Sollten Sie ein Tier aus einem nicht gelisteten Drittland nach Deutschland bringen wollen, braucht es genauso eine gültige Tollwutschutzimpfung und die Tollwutantikörperbestimmung. Es gilt: die Tollwutimpfung muss 30 Tage zurückliegen und zwischen Blutabnahme und Einreise in die EU müssen drei Monate liegen. Einen Straßenhund können Sie demnach nicht sofort mitnehmen, das Prozedere dauert vier Monate, wenn Sie sich nicht strafbar machen wollen.

 

Jährlich aktualisierte Einreisebestimmung finden Sie hier. Die Informationen dort werden jedes Jahr aktualisiert und können sich auch ändern.

 


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